Rex - my love, mein Auslandshund
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Das leidige Thema Schuhe

Im Gegensatz zu so vielen meiner Geschlechtsgenossinnen habe ich keinen Schuhtick, sondern ganz im Gegenteil, meine Füße mögen es gar nicht, irgendwo eingesperrt zu werden, sie sind wie ich sehr freiheitsliebend und mögen Flipflops oder eben auch meine in allen Variationen vorhandenen Crocs, die ursprünglich ja wohl mal als reine Garten-Clogs hergestellt wurden.

Reinschlupfen, Platz haben, keine Schleifchen binden müssen, was gibts Angenehmeres?

Gut, sie werden meinem eleganten Erscheinungsbild nicht gerade förderlich sein, aber - ehrlich gesagt - beim Gassigehen und auch beim Einkaufen ist mir das piepegal, genau wie ich auch nicht zu den Frauen gehöre, die ungeschminkt nicht mal bis zum Briefkasten gehen.

Zwar habe ich meine schweren Winterboots schon hervorgekramt und sogar bereits getragen, aber wenn irgend möglich steige ich eben doch nur in meine Crocs, wenn ich mit Rex losziehe.

So auch gestern und am Ende hätte ich diese Leichtfergigkeit beinahe teuer bezahlt.

Kaum an der Riesenwiese angelangt sah ich, dass uns am anderen Ende eine Frau entgegenkam mit zwei großen, nicht angeleinten Hunden.

Also verkrümelte ich mich mit Rex auf die andere Seite, stakste weit hinein in das nasse Grün und ging so gut wie möglich hinter der Erddeponie in Deckung, denn je weniger er von seinen Artgenossen sah, umso weniger würde er zu zerren versuchen, bei der Glitschigkeit des Untergrundes sehr von Vorteil für mich.

Endlich, die drei verschwanden in der Ferne, ich umrundete die Deponie nun vollends und war froh, den Wall überklettert zu haben, ohne dabei ins Rutschen zu geraten, beschloss wegen des Wetters aufs Steinesammeln zu verzichten und mich stattdessen gleich vor auf den Hauptweg zu begeben.

Natürlich konnte ich es in meiner Gier aber nicht lassen, doch den ein oder anderen Blick auf die weißen Punkte zu werfen, die mir aus den Erdhaufen verführerisch zuzuzwinkern schienen, und noch während ich mich in dem Gefühl sonnte, der Versuchung widerstehen zu können, gab es auf einmal einen mächtigen Ruck.

Ich hatte nicht damit gerechnet, hatte dieser Kraft spontan nichts entgegenzusetzen, wurde schräg nach vorn gerissen, keine Ahnung, was meine Füße da unten trieben, auf jeden Fall nichts Gutes. Der Boden war uneben, ich geriet ins Straucheln, machte einen Schritt, drohte das Gleichgewicht zu verlieren, sah schon einen dicken Backstein auf mich zukommen, fing mich irgendwie, nur um wieder ins Eiern zu geraten und jetzt auch noch mit einem Fuß halb aus dem Schuh zu rutschen.

Vermutlich sah das Ganze für Außenstehende aus wie eine Slapstickeinlage, für mich selbst war es in diesem Moment weniger komisch und ich dachte nur sorgenvoll an meine Zähne, die es vor vielen Jahren schon einmal büßen mussten, als ich auf lehmigem Untergrund ins Rutschen geriet und mit dem Gesicht auf einen herumliegenden Betonpfeiler knallte.

Irgendwie ging es gut und ich landete nicht im Dreck, aber der Schreck saß mir doch gewaltig in den Knochen und das bekam Bubi zu spüren, als er sich auf unserem weiteren Weg von einer Karnickelfamilie animieren ließ. Die ganze Sippe hatte sich offenbar rechts im Gebüsch versammelt und einer nach dem anderen hoppelte nun fast aufreizend langsam vor uns quer über den Weg.

Klar, dass Rex sich da persönlich in seiner Machoehre angegriffen fühlte, jedem einzelnen dieser Viecher wollte er hinterher und nachdem auch für meinen Beinahesturz vermutlich ein Kaninchen verantwortlich gewesen war, platzte mir nun der Kragen.

Auf normale Worte bzw. Anweisungen reagierte er überhaupt nicht mehr, hatte sich inzwischen richtig reingesteigert in seinen Jagdtrieb, also unterband ich die nächste Zerrattacke kurzerhand, indem ich ihn nun meinerseits mit einem Ruck zu mir heranzog. 

"Stopp!!!", donnerte ich ihn an und drückte ihn leicht nach unten.

Immerhin das wirkte nun, er war sichtlich beeindruckt und zog es vor, die nächsten zehn Minuten mit locker durchhängender Leine neben mir zu laufen, dann allerdings, als wir endlich den Wasserturm erreichten (nass genug waren wir ja nun, es wurde Zeit heimzugehen) hatte der Friede ein Ende.

Wir waren just in der kleinen Günanlage, hätten nur noch die Straße überqueren müssen, dann wäre alles gut gewesen, aber der Verkehr war wieder einmal ungeheuer stark, ein Auto nach dem anderen und unzählige LKWs bretterten vorbei, da ... eine Lücke, gerade will ich ansetzen zum Rübergehen, da öffnet sich gebenüber die Haustür und die junge Frau mit ihren beiden Minihunden kommt heraus.

Grrrr, wieder diese faule Nuss. Sie zieht sich für den Gassigang noch nicht mal eine Jacke über, weil sie ja eh nie weiter geht als bis zur Grünanlage auf der anderen Straßenseite.

Ausgerechnet jetzt! Riecht die das, wenn wir im Anmarsch sind? 

Beruhigend winkte sie mir zu, signalisierte, dass sie geradeaus an dem Haus vorbeigehen wolle, das ja dort quasi als Insel steht. Würde sie normal Gassi gehen, wäre das okay gewesen, so aber tauchte sie dann hinter uns auf, denn immer noch standen wir dort herum, weil der Verkehr uns keine Chance ließ.

Als einzige Fluchtmöglichkeit blieb mir der schmale Bürgersteig nach links, ein feiner Spaß mit einem tobenden Hund an der Leine, der ja die beiden Kleinen direkt hinter sich wusste.

Irgendwann war es dann doch geschafft, wir waren auf der anderen Seite angekommen und in dem glücklichen Bewusstsein, nun wohl alle Bösartigkeiten für heute erledigt zu wissen, gingen wir die letzten paar hundert Meter bis zu unserem Haus.

Uff, erleichtert kramte ich mit der Linken in meiner rechten Jackentasche nach dem Schlüssel, hielt die Leine natürlich nach wie vor fest um das rechte Handgelenk gewickelt, ließ dem Burschen aber ein klein wenig viel Spielraum, weil ich mich darauf verließ, dass er nun wie immer direkt zu unseren Stufen hin ziehen würde.

Pustekuchen, auf einmal macht der Depp einen Satz auf die Straße. Ein LKW hatte sich von hinten angepirscht, ich hatte ihn wegen des Lärms nicht kommen hören. Er war schon an uns vorbei, aber Rex wollte ihm wütend nachsetzen, nur da war natürlich schon der nächste PKW.

Es ging alles gut, ich hielt ihn denn doch kurz genug, als dass er wirklich auf die Straße hätte springen können, aber sowohl der PKW-Fahrer als auch ich bekamen doch einen ordentlichen Schrecken.

Ich muss einfach noch besser aufpassen mit ihm, darf mir keine Sekunde der Unachtsamkeit gönnen. Zwar hat er in den letzten anderthalb Jahren ungeheuer viel gelernt und hat sich sehr zu seinem Vorteil verändert, aber diese Decke der Zivilisation ist doch noch sehr dünn und ich muss einfach jederzeit damit rechnen, dass das Wilde in ihm sich wieder seinen Durchbruch verschaffen kann. 

21.10.15 11:47
 


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