Rex - my love, mein Auslandshund
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Entführt

Da war sie ja endlich, die Ostsee, doch ... wie sah sie aus?

Das war doch nicht das Meer, das ich so oft erlebt hatte, an dem ich so viele schöne Dinge gemacht hatte, das war ein bleigraues Ungetüm, dunkle Wellenberge türmten sich auf, ganz ohne Gischt, wie glattpoliert sahen sie aus, diese riesigen fast schwarzen Monster.

Unten am Strand sah ich die Menschenmassen sich tummeln, bemerkten sie denn nicht, wie das Meer einbrach, sich mit jeder neuen Welle ein Stück weiter in Richtung Steilküste hereinfraß?

Immer schmaler wurde der Sandstreifen, wobei vom Sand selbst kaum etwas zu erkennen war, zu viele Menschen waren es, zu viele Sonnenschirme, Luftmatratzen, Handtücher, eine bunte Masse zwischen der drohenden Schwärze und der hoch aufragenden Wand.
Und sie wollten es einfach nicht sehen, gleich schon würde nichts mehr übrig sein von ihrem Lebensraum ...

Und doch musste ich hinunter, wusste doch, dass F. (oder war es jemand anderer?) dort auf mich wartete, wir hatten Dringendes zu besprechen, also machte ich mich an den mühsamen Abstieg.

Aber ... verdammt, ich hatte ungeheueren Druck auf der Blase.
So konnte das nix werden, doch wo sollte ich Pipi machen?

Gehetzt sah ich mich um, überall Häuser und da, das schien ein Lokal zu sein, ein sehr großes sogar, auch da alles voll mit Menschen.
Dort musste es doch auch ein Klo geben?

Ich rannte los, quetschte mich an den Leuten vorbei, die fröhlich aßen und tranken, einige tanzten sogar - sie alle bemerkten offenbar nichts von der herannahenden Gefahr, wollten sie wohl gar nicht bemerken.

Zwei alte Frauen saßen auf einer Bank, pulten Erbsen in einen Topf, die müssten mir doch weiterhelfen können?

Nein, sagten sie, ein Klo gäbe es hier nirgendwo, sie selbst hätten ihre Notdurft immer im Meer verrichtet, damals, als man noch gefahrlos hätte hineingehen dürfen.

Ohoh, der Druck stieg immer weiter, es fühlte sich an, als würde ich jeden Moment platzen.

Da, das sah doch wie ein weiteres Restaurant aus, ein Asiate stand davor, ich fragte ihn, Gott sei Dank, er bejahte, ja, ich dürfe hineingehen, das sei kein Problem.

Schon war ich drin in dem Bau, ein langgestreckter Raum, in dem an einer riesigen Tafel eine Hochzeitsgesellschaft saß. Sie sprachen koreanisch, wie ich zu erkennen meinte, nickten mir alle freundlich lächelnd zu, während ich mich an ihnen vorbeidrückte in der Richtung, in der ich die sanitären Anlagen vermutete.

Auf einmal merkte ich, wie sich der Untergrund bewegte.
Huch?
Das war gar kein Haus, sondern ein Anhänger, auf dem ich mich befand, aber auf diesem befand sich das so dringend notwendige Klo, schon begann ich, meinen Jeansknopf zu öffnen - mir doch egal, sollten sie halt alle zuglotzen.

Doch jetzt ... ein Ruck, jemand versetzte mir einen Stoß und auf einmal saß ich auf der Rückbank eines Autos, die Seitenscheibe wurde hochgedreht.

Mit der Rechten griff ich zu, drückte die Scheibe mit Gewalt nach unten und nun musste ich auch die Linke einsetzen, denn von vorne bemühte sich ein Mann, mich vom Fenster wegzudrücken.
So ja mal gar nicht, ich packte seinen Kopf, versuchte ihn mit den Fingern zusammenzuquetschen, registrierte, dass ich mir so viel Kraft gar nicht zugetraut hatte, und begann gleichzeitig, aus dem Fenster zu brüllen:

"Hiiiilfeeee!!! Diese Dreckskerle wollen mich entführen ...!!!!"

Da, einer der in Gruppen Zusammenstehenden hob den Kopf. Waren sie auf mich aufmerksam geworden?


Ich hob den Blick, 1:30 Uhr zeigte der Deckenstrahler über dem Bett an.

Du liebe Zeit, das war ein Traum gewesen, zum Glück nur ein Traum, und endlich war ich wach, aber der Druck war real und kaum noch auszuhalten.

Verdattert fuhr ich hoch, immer noch so im Geschehen gefangen, dass ich nur schwankend auf die Füße kam, zwei, drei Sekunden dauerte es, bis ich mich sicher genug fühlte, um nun loszustürzen wie wie von einem Nashorn gejagt.

Selbst Rex erschreckte sich gehörig, als ich an ihm vorbeistürmte und die Treppe hinab, aber zwei Minuten später war dann alles wieder gut und wir konnten uns beruhigt erneut zur Ruhe begeben.

Vorausgegangen war, dass F. am Abend ein Kitschfilmchen hatte schauen wollen, in dem eine todkranke Frau ein letztes Mal die Ostsee sehen wollte, und dass ich am Tag zuvor eine Reportage gesehen hatte über die Suche nach Atlantis, über den heftigen Vulkanausbruch, der vor gut dreieinhalb Jahrtausenden auf der Insel Santorin stattfand und der in Zusammenhang mit dem dadurch entstandenen Megatsunami vermutlich letztlich verantwortlich war für den Untergang der minoischen Kultur.

Und dann natürlich Corona und all das andere Schreckliche, das sich gerade auf der Welt zusammenbraut.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie unser Unterbewusstsein mit diesen Dingen umgeht, die uns in wachem Zustand beschäftigen, und wie dann in Traumform alles ganz neu zusammengebaut wird.

Und für mich selbst ist es recht hilfreich, solches Traumgeschehen näher zu analysieren, zeigt es mir doch deutlich, was mich vielleicht zu viel beschäftigt und ob ich mit einigem anders umgehen sollte.

Ergeht euch das auch so, also dieser bewusste Umgang mit Träumen?

F. zum Beispiel weiß nur höchst selten einmal, ob er überhaupt träumte, dabei tut es doch wohl jeder, nur können sich viele offenbar nicht merken, was sich da nachts in ihnen abspielte.

Wünsche euch einen feinen Tag und ... bleibt gesund!

PS: Mein Putenrollbraten ist tatsächlich prima gelungen, wird uns heute sicher noch einmal schmecken und ... in wachem Zustand habe ich nicht den Hauch einer Ahnung, wie Koreanisch klingen mag.
11.1.21 08:52
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sparköchin (11.1.21 13:26)
Wow, dir wird auch im Schlaf nicht fad! Aber mir geht es da ähnlich. Manchmal sind es nur Fetzen oder Szenen, manchmal lange durchgehende Geschichten, oft Krimis (kein Wunder bei meinem TV- und Buch-Konsum) und manchmal blöde Sachen. Oft versetzt mich mein Traum in die Vergangenheit, ich sehe dann längst verstorbene Menschen wieder.

Einzelne Träume sind derart intensiv, dass ich sie stundenlang nicht abschütteln kann. Alpträume ergänze ich nach dem Aufwachen zu einem positiven Ende, aus psychohygienischen Gründen. Bei manchen Verstorbenen bleibe ich in freundlicher Erinnerung ein bisserl hängen.
Sonst analysiere ich meine Träume nicht.

Honjok ist ein koreanisches Wort, das ich heute gelernt habe, es bezeichnet Menschen, die gerne auch allein etwas unternehmen

Lieben Gruß!


"Rex-Mama" (11.1.21 13:55)
Das ist seltsam, denn ich treffe im Traum auch oft auf Verstorbene, habe aber dabei gar nicht das Gefühl von Vergangenheit, sondern sie sind halt einfach noch da.
Nachdem mein Papa gestorben war, habe ich in der ersten Zeit übrigens nie von ihm, sondern stets von seinem eineiigen Zwillingsbruder geträumt.
Die beiden sahen sich zum Verwechseln ähnlich und ich kann es mir bis heute nur schwer erklären, warum mein Unterbewusstsein diesen Umweg wählte.

Honjok werde ich mir versuchen zu merken, dann kann ich im nächsten Traum vielleicht wenigstens ein bissl mitreden.


lifeminder (11.1.21 14:20)
Hallo, Liebe "Rex-Mama"!

Mir geht es nicht viel anders wie euch. Auch ich werde immer wieder in Traumwelten hineingezogen. Mal sind sie Tagesaktuell, Mal phantastisch, besonders gerne treffe ich auf verstorbene oder begegne meinem weitaus jüngerem ich.

Es muss 20- 25 Jahren zurückliegen, da schaffte ich es sogar hin und wieder, wenn auch nicht regelmässig Luzide zu träumen. Das heißt, man ist sich im Traum bewusst, das man träumt und kann seine Träume steuern.

Eine ganze Weile hatte ich mich mit dem Thema und Selbstbestimmung der eigenen Träumen auseinandergesetzt.


Ein toller Eintrag. Der dazu inspiriert, demnächst vielleicht auch Mal über eigene Traumerlebnisse zu berichten.



Liebe - Träume sind eben doch mehr als nur Schäume - Grüße
Vom lifeminder


"Rex-Mama" (11.1.21 15:46)
Ja, mach das mal, lieber lifeminder, ich finde so etwas immer hochinteressant, auch inwieweit man selber die Zusammenhänge zu tatsächlich Erlebtem herstellen kann.

Liebe Gespannt-auf-mehr-als-Schaum-Grüße zurück!

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