Rex - my love, mein Auslandshund
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Geschmäcker und Rituale

Wie habt ihr denn euer Zuhause eingerichtet?

Da gehen die Geschmäcker ja wirklich enorm auseinander.
Meine Schwester und ihr Mann standen z.B. schon immer auf den Ikea-Look, wie ich das nenne (wobei sie dort wohl tatsächlich Stammkunden sind), klare Fronten, schlicht, zweckmäßig und beinahe minimalistisch - man sieht kaum etwas Persönliches, kaum etwas verrät einem, wer genau da wohnt, außer dass er eben auf Ikea steht.
Mit den langen eierschalfarbenen Fenstervorhängen könnte das Haus jederzeit als Katalogvorlage dienen - durchaus hübsch, wenn man es mag, aber eben auch sehr unpersönlich.

In F.s Familie Familie wird das noch getoppt, die Maisonettewohnung hat eine riesige Wohnhalle, aus der eine Treppe auf die Galerie nach oben führt, von der dann weitere Räume abgehen.

Jedes Wort hallt von den Terracotta-Bodenfliesen zurück, weil es nur wenige Möbelstücke gibt und weder Teppiche noch Gardinen.

Auch hier überfällt mich immer sofort dieses Kataloggefühl, sehr ansehnlich alles, nur wirkt es mir zu unbewohnt und ich selber möchte niemals so leben.

Natürlich lassen sich viele auch wohnmäßig vom Zeitgeschmack anstecken und ich staune immer, wenn sich jemand z.B. für tiefrote Küchenfronten entscheidet, weil ich vermute, dass man sich daran genauso sattsieht wie an den moosgrünen oder curryfarbenen Badezimmern der Siebzigerjahre.

Besonders fiel mir das mit der Mode auf, als vor einigen Jahren U.s Tochter mal kurz bei mir war, weil wir ein Buch holen wollten.

Einige Tage zuvor hatten wir bei Nachbarn gefeiert, die ihr Haus neu bezogen hatten - im Wohnbereich dominierten Schwarz und Metall. Das Mädel hatte dort bewundernd ausgerufen:
"Jaaa, so möchte ich auch mal wohnen", während sie nun einigermaßen ratlos vor meinem jahrhundertealten, geschnitzten Bücherschrank stand und damit gar nix anzufangen wusste.

Wobei ich ihr allerdings sogar insofern recht geben muss, alsdass mein Wohnzimmer viel zu klein ist. Allein dieser Schrank bräuchte als Blickfang eine ganze Wand für sich allein, statt nun in direkter Nachbarschaft zur dunklen Jugensstilstanduhr (die vermutlich nicht viel mehr als 100 Jahre aufm Buckel hat) und dem viel helleren Element meines Buchenschrankes zu stehen.

Ich mag diesen Mix, nur benötigt man dafür eben sehr viel mehr Platz - eigentlich, denn gemütlich finde ich es trotzdem hier , zumal es auch viel Kleinigkeiten und Erinnerungsstücke gibt, die meine Gedanken ständig auf die Reise schicken.
Käme ich in ein Haus wie unseres, wäre ich vermutlich ständig am Fragen, so sehr würde es mich interessieren, was hinter den einzelnen Dingen steckt.

Aber wie gesagt, das mag jeder anders, und das ist ja auch gut so, denn wie langweilig wäre die Welt, wenn es nicht so wäre.

Nicht so begeistert war ich davon, dass es in F.s Familie so gar keine Weihnachtsrituale gab, wie ich feststellte, als wir nach dem Tod seines Vaters einmal das Fest mit seiner Mutter und Schwester verbrachten.

Ich hatte für einen kleinen Baum gesorgt und auch für Schmuck, war aber recht enttäuscht, als sich dann am Heiligabend alle mehr oder weniger wortlos und vor allem gleichzeitig auf ihre Geschenke stürzten.

Raschel, raschel, schon war alles aufgerissen, ausgepackt und das wars dann auch schon ...

Egal, was für ein schwieriger Charakter meine Mutter war, das muss ich ihr lassen, an Weihnachten sorgte sie immer für viel Atmosphäre und sofern sie nicht ausgerechnet dann von ihren Launen und Befindlichkeiten übermannt wurde, feierten wir wirklich schöne Feste.

Als wir noch klein waren, wurde schon einen Tag zuvor das Wohnzimmer zugesperrt und sogar das Schlüsselloch zugestopft, damit das Christkind Raum und Baum ungestört schmücken und sich um die Geschenke kümmern konnte.

Ich hörte es im Inneren rascheln und einmal sah ich es sogar durchs Fenster davonfliegen. Davon bin ich bis heute überzeugt und so schön war es ... elfenbeinfarben und mit goldenen Sternen auf den Flügeln.

Und endlich war es dann soweit, das Glöckchen klingelte, das Herumhibbeln hatte ein Ende, wir durften hinein und bestaunten den riesigen Baum mit seinen echten Kerzen, die vielen Kerzen, die auf Tischen und Möbeln verteilt waren, und sogen den Duft nach Lebkuchen, Mandarinen und Schokolade in uns auf, den die Weihnachtsteller verströmten.

Jeder hatte seinen eigenen Geschenkeplatz, wir Kinder direkt unterm Baum, die Eltern etwas abseits und nun wurde erst mal gesungen. Meine Mutter spielte auf dem Harmonium, ich blies die Blockflöte oder zupfte auf der Gitarre herum, wir sangen und sagten Gedichte auf, bevor es dann ans Auspacken ging.

Aber nicht etwa alle gleichzeitig, sondern hübsch immer einer nach dem anderen und immer nur ein Teil. Man befühlte es, schüttelte, versuchte zu erraten, was darin sein könnte, und erst wenn der Schenkende sein Okay gab, durfte man es öffnen, nachdem sich die Spannung bis zum Gehtnichtmehr hochgeschaukelt hatte.

Dazu lief dann im Hintergrund gedämpfte Weihnachtsmusik und wir packten, knisterten, raschelten stundenlang, natürlich nicht ohne uns zwischendurch mal von den Tellern zu bedienen.

Wirklich schöne Abende waren das und noch heute empfinde ich, dass das Schenken auf diese Weise sehr viel mehr Spaß macht, als wenn alles mit kurzem Ratschratsch einfach lieblos aufgerissen wird, nachdem man sich doch lange das Hirn zermarterte und womöglich stundenlang fürs Kaufen durch die Stadt wanderte.

Kommt mir ähnlich vor, wie wenn die Köchin stundenlang am Herd steht und dann alle schweigend in sich hineinmampfen, ohne zwischendurch auch nur in den kleinsten Freudenruf auszubrechen.

Zum Glück ist F. da ja anders ...

Wie haltet ihr das an Weihnachten? Gibts da auch solche Rituale?

Meine Schwester erzählte übrigens am Sonntag, dass sie schon längst einen Wandbehang von Ikea haben, auf den ein Tannenbaum aufgedruckt ist und an den man dann eine Lichterkette hängt.

So gehts natürlich auch, aber mein richtiger Baum ist mir denn doch lieber, auch wenn er ebenfalls nicht echt ist, dafür aber schon über 30 Jahre alt und immer wieder gern gesehen.

Sie hätten es eben nicht so mit Kirchlichem, meinte sie, ich lachte und sagte, dass das bei mir als Atheistin mit Sicherheit genauso sei, aber ich eben diese Wärme möge, die das alles für mich beinhaltet.

So isses halt, was für den einen Kitsch ist, empfindet der andere als warm und umgekehrt, wobei es bei mir allerdings auch ausschließlich an Weihnachten mal so richtig glitzern darf.

Eigentlich wollte ich noch auf ganz etwas anderes hinaus, merke aber, dass ich mich wieder mal verquatscht habe.
Inzwischen bedudelt mich F. von nebenan mit Countrymusik (*schüttel*), also höre ich nun lieber auf hier und werde mich jetzt mit den Plätzchen beschäftigen, die ich gestern nicht mehr schaffte.

Habt einen fröhlichen Tag und ... bleibt gesund!
1.12.20 08:46
 


bisher 7 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sparköchin (1.12.20 13:07)
Nachdem ich in einer Teakholz-Wüste aufgewachsen bin, brauche ich viel helles Holz um mich und viele Farben. Und viele Bilder. Keine Fotos. Aber nur wenige Möbelstücke. Und von denen hat jedes eine Geschichte ... und ist auch übersiedlungstauglich, sonst ginge das gar nicht bei meiner Biografie.

Weihnachten war bei uns so: Baum anschauen (uii!), ein paar Lieder singen, zu den Geschenken stürzen. Essen.
Heute ist es so: Baum anschauen, ein paar mehr Lieder singen, auf die Geschenke stürzen, Essen.
Ich hab in der Erziehung viel falsch und einiges richtig gemacht, aber Weihnachten ist sicher auf der Minus-Liste.

Kennt F auch die Country Songs von Dean Martin? Die leg ich mir manchmal zu ungeliebten Arbeiten auf und dann gröle ich lauthals mit, bei geschlossenem Fenster, um die Nachbarn zu schonen.

Alles Liebe
wünscht die Sparköchin


"Rex-Mama" (1.12.20 13:56)
Ui, ja, Teakholz geht gar nicht. Die Möbel, die ich mir selbst gekauft habe, sind auch deutlich heller und freundlicher und Farben mag ich auch, solange nicht eine sehr knallig überwiegt.
Das mit dem Umziehen kann ich natürlich nachvollziehen, bei uns ist es halt so, dass wir ja seit 1994 in unserem Haus wohnen, da richtet man sich dann schon dauerhaft ein, wobei manches aber auch echt belastend sein kann.
Bilder habe ich auch jede Menge hängen (inkl. Fotos), sehr gemischt, wobei ich aber nicht so auf Abstraktes stehe, das gucke ich mir dann lieber im Wartezimmer beim Doc mal an. ;-)
Heiligabend, so wie wir ihn begingen, macht vor allem in größerer Runde Spaß, dieses Jahr nur zu zweit werden wir außer lecker essen auch nix weiter machen, zumal wir uns ja auch nichts oder höchstens eine Kleinigkeit schenken - es gibt nicht mehr wie früher ganze Berge auszupacken.
Aber ... sollte es Corona zulassen und wir über die Feiertage wieder mal zu meinem Bruder fahren können, dann wird es dort sicher wieder nach dem bewährten Muster ablaufen.

Hab F. grad gefragt und er staunt, dass Dean Martin auch Country gesungen hat. Schätze, morgen wird er gleich bei Youtube danach schauen.

Dir auch alles Liebe und hab einen schönen Tag!


lifeminder (1.12.20 19:49)
Hallo, Liebe "Rex-Mama"!

Ich bin der Meinung, gut ist was einem selbst gefällt. Es gibt Stücke bei mir, von denen werde ich mich wohl nie trennen, wie meinen Massiven Edelstahl Schreibtisch der so schön Gross. Das Computer, Druck, Bildschirm, Tower und ich noch reichlich Platz daran zum Arbeiten und tun und machen habe.

Dieser ist schon über 30 Jahre alt und wurde damals vom Betrieb meines Vaters ausgemustert.


Über Weihnachtsrituale schrieb ich ja schon einmal kurz in den vergangenen Kommentaren.
Aber so einfach Geschenke aufreissen, wird es hoffentlich bei uns nie geben.

In den letzten Jahren hat sich bei uns eingebürgert, das wir im engsten Familienkreis abends noch "Mensch ärger dich nicht" spielen. Dabei werden Geschichten ausgetauscht, genascht, getrunken und vor allem ganz viel miteinander gelacht.

Mir ist und wird wohl immer ein Baum lieber sein, wie ein schlichter Vorhang mit Tannenbaum-Motiv.


Countrymusic, nimmt man Johnny Cash, Garth Brooks und Shania Twain aus und mit Abstrichen aus Deutschen Landen "Truck-Stop" tu ich mir mit diesem Genre noch ziemlich schwer.


Was hört denn die "Rex-Mama" gerne.
Reagieren Hund eigentlich auf Musik?



Liebe - Geschmäcker sind verschieden sprach der Affe und biss in die Seife - Grüsse
Liebe Grüße
Vom lifeminder


Sparköchin (1.12.20 22:59)
Vielleicht habe ich übertrieben, aber bei mir lungern drei CDs herum mit dem Titel Dean Martin sings Favorite Country Songs, aber sehr Country sind sie tatsächlich nicht. Eher sehr Dean Martin. Please Release Me oder Crying Time oder Detroit City. So halt.
Und in seinen späten Jahren hat er eine LP rausgebracht, The Nashville Sessions.
Zum Mitjaulen sehr geeignet, das alles.

Lieben Gruß, und jetzt singe ich mir Brahm's Lullaby ...


"Rex-Mama" (2.12.20 05:54)
Gespielt haben wir mit der Familie auch, allerdings hatten wir Heiligabend dafür nie Zeit, weil sich die Bescherung ja immer über Stunden hinzog.
Dafür dann aber Silvesterabend, den wir in den Jahren, in denen wir über die gesamten Feiertage zu meinen Eltern fuhren, dann halt auch gemeinsam verbrachten, wobei ich aber zugeben muss, dass Sivester für mich eher keine Familienfeier ist, sondern ich es auch sehr mochte, wenn wir in unserer Stuttgarter Stammkneipe oder später eben mit den Nachbarn so richtig Party machten.
Ab und zu hab ich nix dagegen, wenn die Post mal richtig abgeht.
Garth Brooks mag ich übrigens auch sehr, genau wie Cash, und ich kann eh so einiges mitträllern, sogar die uralten Schlager aus den Siebzigern, höre aber, wenn ich es selbst entscheiden kann, sehr viel lieber guten alten Rock oder gern auch mal Klassik.
Ich habe z.B. eine CD, auf der das "Ave Maria" 24x in verschiedenen Versionen zu hören ist.
Klingt grauenhaft, aber ist in Wirklichkeit tatsächlich abwechslungsreich und an diesem Lied kann ich mich eh kaum satthören.
Hunde und Musik - meine Püppi reagierte tatsächlich auf den Abspannsong der Lindenstraße. Sobald er ertönte, sprang sie erfreut auf, weil sie wusste, nun gibts Abendbrot.
Und gerade ist eine Weihnachts-CD für Hunde herausgekommen. Ich klickte sie im Internet an und siehe da, Rex kam sogleich erregt angeflitzt, um zu schauen, was da abging.

Habt einen schönen Tag und liebe Lieber-ohne-Seife-im-Mund-Grüße zurück!


lifeminder (2.12.20 06:37)
Oh der Rext ist wohl ein Weihnachtshund.

Wir funktioniert denn das? sind da bestimmte Töne eingebaut auf die Hunde reagieren, oder bellen die auf der CD, Weihnachtslieder?




"Rex-Mama" (2.12.20 06:59)
Genau, es geht um die Töne, ich verlinke das gleich mal im Blog, hier in den Kommentaren gibts diese Funktion ja leider nicht.

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