Rex - my love, mein Auslandshund
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Danke euch für die gestrigen Kommentare, die ...

... ich fast wie ein Lehrstück empfand über das Thema Sender und Empfänger, sprich, wie unterschiedlich doch Gesagtes bzw. Geschriebenes bei jedem ankommen kann und wie verschieden es sich offenbar interpretieren lässt.

Natürlich gab es in meiner Kindheit sehr düstere Kapitel, geprägt durch das Trauma meiner Mutter, das wiederum auf ihre eigene Mutter, also meine Oma zurückging, die Jahrgang 1907 war und somit zwei Weltkriege miterlebte und vor allem, wie sich der einstige Reichtum ihrer Familie dank Weltwirtschaftskrise buchstäblich in Luft auflöste und damit auch ihre hochfliegenden Pläne.

Meine Mutter war unfähig, Erlebtes und besonders sich selbst kritisch zu reflektieren, zog sich eher in ihr ständiges Unglücklichsein zurück, woran natürlich immer andere schuld waren, die dafür gern mit Krankheiten und Suizidandrohungen wie auch -versuchen bestraft wurden.

Diese Schuld betraf sehr stark auch mich, weil ich es gewagt hatte, mich in ihren erst 19-jährigen Bauch zu mogeln. Nur einem Rechenfehler der Hebamme habe ich es zu verdanken, dass ich darin auch bleiben durfte, bis ich fertig produziert war, sonst wäre ich mittels Abtreibung im Müll gelandet, was ich oft genug unter die Nase gerieben bekam.

Aus heutiger Sicht ist mir klar, dass ich mich vermutlich ählich wie ein Co-Abhängiger jahrzehntelang falsch verhielt, indem ich mich wie alle anderen um sie herum zu ihr wohlgefälligem Verhalten erpressen ließ, denn letztlich bestätigte ich sie auf diese Weise in ihrer Festgefahrenheit.

Dann kam eine Phase, in der ich selbst beruflich sehr angespannt war, sie aber gleichzeitig einen Tiefpunkt hatte. Jeden Sonntagmorgen saß mein Papa bei mir in der Küche, um sich alles von der Seele zu reden - ich telefonierte täglich mit ihr, um die Wogen zu glätten, aber als sie gar nimmer aufhören wollte zu drohen, was sie sich antun würde, wenn er dies und jenes nicht ändern würde, knallte ich ihr einfach nur noch entgegen: "Dann tu es doch endlich!"

Hui, ich bekam selber einen Schrecken, aber siehe da, das wirkte Wunder, von da an war Ruhe mit den Erpressungen und nun ist das ja auch längst alles Schnee von gestern und ich hoffe, dass sie dort, wo sie jetzt ist, vielleicht doch noch ihren Frieden finden konnte.

Zu den frühmorgendlichen Gängen, seufz, zu Püppis Zeiten sah das noch anders aus. Mit ihr ging ich vier- bzw. dreimal am Tag (den ersten Gang erledigte F. vor der Arbeit) ausgiebig, aber sie verstand sich ja auch mit allem, was vier Beine hatte, während Rex alle Artgenossen angiftet.

Als ich ihn damals wie die Katze im Sack kommen ließ, ahnte ich nichts von seinem extrem schwierigen Charakter und erst sehr viel später schrieb man mir von Gran Canaria, dass dies dort bekannt gewesen sei.
Blöderweise hielt man es aber nicht für notwendig, mich darauf im Vorfeld hinzuweisen, denn sonst wäre unsere Wahl sicher nicht auf ihn gefallen, er hätte in eine weniger dicht besiedelte Gegend mit nur wenigen anderen Hunden gehört.

Klar, große schwarze Hunde bleiben oft ihr Leben lang in den Tierheimen sitzen, sie sind bei Weitem nicht so gefragt wie die kleinen süßen und so wird man dort froh gewesen sein, dass sich überhaupt jemand für ihn interessierte.

Noch kürzlich erinnerte ich mich am Telefon mit meiner Freundin daran, wie ich sie in seinem ersten Jahr bei uns besuchte und ihr sagte, wie froh ich sei, ihn mal für ein paar Tage nicht ertragen zu müssen. Das stieß bei ihr auf absolutes Unverständnis, bis sie ihn dann kennen lernte ...

Ich habe ja wirklich hart und intensiv an seiner Erziehung gearbeitet, und das mit beachtlichem Erfolg, denn heute ist er ein wunderbarer Lebensgefährte, mit Ausnahme der anderen Hunde halt, deswegen passt es ganz gut, dass ich zurzeit eh so früh aufstehe und dann mit ihm in die noch argenossenfreie Welt starten kann.

Wir wohnen trotz der Großstadtnähe auch so, dass ich tatsächlich in mehrere Richtungen gleich im Grünen bin, nur zwischen drei und vier Uhr ist es eben noch stockdunkel und so bin ich auf Strecken angewiesen, die zumindest einigermaßen beleuchtet sind, daher durchqueren wir meist dieses kleine Gewerbegebiet, an sich auch wunderbar so, würden sich dort nur nicht immer so viele Gestalten herumdrücken, die ich nicht so genau einzuschätzen weiß - fest steht nur, mit einem Yorkie würde ich mich das eher nicht trauen.

Was den Vorschlag mit dem Auto angeht, nein, das ist eher nicht so meins. Nicht umsonst versuche ich die Einkauferei so weit wie möglich zu Fuß zu erledigen, meine Figur dankt es mir und der Umwelt möchte ich nicht just for fun noch mehr Schaden zufügen, als man das eh schon tut, von daher benutze ich sicher nicht den Wagen, um Gassi zu gehen. Es reicht schon, dass ich oftmals Leute beobachte, die irgendwo parken, die Heckklappe öffnen, den Hund springen lassen und ans Auto gelehnt warten, bis er alles erledigt hat und wieder eingepackt werden kann.

Mal abwarten, wie es ausschaut, wenn ich hier mit den schweren körperlichen Arbeiten einmal durch bin. Dann werde ich abends vermutlich nicht mehr so platt sein, dass ich früh bettreif und dementsprechend auch zu nachtschlafender Zeit wieder munter bin.

Es sind ja nun erst ein paar Monate, seit ich das Gehen wieder selbst übernommen habe, und sicher werde ich mich dann also wieder wie ehedem tagsüber mit Bübchen ins Getümmel stürzen, ihn halten müssen, wenn er einen Tobeanfall bekommt, und versuchen, ihm das wieder abzugewöhnen.
Werde ich schon hinkriegen ... irgendwie.

Wünsche euch einen fröhlichen Tag und ... bleibt mir fein gesund!
29.7.20 05:53
 


bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sparköchin / Website (29.7.20 10:45)
Liebe Rex-Mama,
jetzt hab ich gach nachlesen müssen in deinem vorigen Eintrag. Oh. das kenne ich zum Teil auch. Nicht Mütter, die sich was antun wollen, aber Eltern, die in Wirklichkeit mit nix zufrieden sind, egal wie sehr man sich bemüht.
Und leider muss ich sagen, dass ich selber auch in die Richtung tendiere. Ich muss mich da immer sehr zusammenreißen und versuchen gegenzusteuern.
So ein Schmarrn. (Aber es ist mir wenigstens bewusst.)

In unserer Siedlung sind die Hausecken auch immer angepinkelt, im Sommer riechts furchtbar - also heuer nicht, heuer wäscht der Regen mit hoher Frequenz alles ab. Gestern Nacht auch, da hatten wir großes Glück, denn in einigen Wiener Bezirken war Unwetter-Chaos, aber wir haben nur Beleuchtung und ein bisserl Wasser abgekriegt.

Genieße die Restwoche!


"Rex-Mama" (29.7.20 11:39)
Das wiederum kenne ich auch, also die Tendenz, ins gleiche Horn zu blasen, wie man es vorgelebt bekam. Zum Glück wurde mir das früh bewusst und ich konnte (hoffentlich erfolgreich) gegensteuern. ;-)

Jo, diese leidliche Pinkelei - es müffelt nicht nur, sondern schadet auch den Hauswänden und gibt z.B. bei gestrichenen gern dauerhafte Flecken, zumal ... wenn erst einer an einer Stelle angefangen hat, dann wollen die nächsten Rüden die ebenfalls markieren.

So was muss echt nicht sein, finde ich.

Auch dir eine feine Restwoche!


HS (29.7.20 19:44)
Warum um alles in der Welt ist es dir so wichtig, zwischen 3 und 4 Uhr Gassi zu gehen? Ich musste das manchmal zwangsläuftig, wenn unser Hund sonst bei Durchfall oder so in die Wohnung gemacht hätte und wir keinen Garten hatten. Aber Rex erledigt seine Geschäfte doch sowieso im Garten.

Mein Schwager sagte mal, dass zwischen 2 und 4 Uhr die meisten Verbrechen verübt werden. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber wohl habe ich mich nicht mal in unserem ruhigen Dorf gefühlt, wenn ich um diese Zeit raus musste.

Mit dem Hund spazieren zu gehen soll doch guttun, Spaß machen, aber wenn man fast täglich den Gassigang abbricht, weil komische Gestalten durch die Gegend latschen... oh ne.... deshalb dachte ich an die letzte Alternative, rauszufahren. Oder etwas später zu gehen.

Diese Typen, die mit dem SUV kommen, die Heckklappe öffnen und dem Hund eine Zigarettenlänge Zeit geben, um seine Geschäfte zu erledigen, gibt es offenbar überall

Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und morgen einen guten Start mit Rex an der Leine :-)


lifeminder (29.7.20 22:29)
Liebe "Rex-Mama"!

Es macht mich einfach wütend und unfassbar traurig wenn ich höre, das es Eltern gibt die ihren Kindern drohen, in welcher Form auch immer.

Schön, das du dir das hast auf Dauer nicht gefallen lassen.


Liebe - was zusammengehört findet sich auch - Grüße

Vom lifeminder

Gut, das Rex doch bei dir gelandet ist, sonst würden hier auch jede Menge gemochter Einträge fehlen, ob in deinen Blog sonst ausschließlich Tapezier-Geschichten zu Lesen wären?


"Rex-Mama" (30.7.20 05:52)
Grinz, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie selbst tapeziert und ohne Hund würde es ganz sicher auch diesen Blog nicht geben. ;-)

Liebe HS, glaub mir, wenn du nur einmal versuchen müsstest, ein solches Kraftpaket zu halten, wenn es beim Anblick eines Artgenossen in wilde Rage gerät, dann würdest du auch Uhrzeiten vorziehen, zu denen andere Hunde in der Regel noch schlafen. ;-)


HS (30.7.20 07:58)
Da hast du 100%ig recht, liebe Rex-Mama.
Meine Hunde waren ein Langhaardackel, ein Pudel und ein Schapendoes, alle "Überbleibsel" aus Zufallsprodukten mit Dorflieben. Der größte und schwerste war Jumper mit etwa 23 kg, alle gutmütig und leicht zu händeln ;-)

Ich weiß nicht (ich glaube eher nein), ob ich deine Ausdauer aufbringen könnte, weder bei einem Hund wie Rex noch einem Mann wie "F". Meine Hochachtung vor dieser Treue, ehrlich!

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