Rex - my love, mein Auslandshund
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Rezepte
  Gedichte
  FOTOS
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   Rex hat Spaß mit seiner Nachbarin im Hundehotel
   Rex und sein stressiges Leben/YouTube
   Wissenswertes über die Sinne des Hundes
   Rex beim Stop'n Come/YouTube
   Rex, das Spielkind/YouTube
   Rex führt Herrchen Gassi/YouTube
   Rex, der Entenjäger/Youtube
   Rex und Queen

https://myblog.de/rex-my-love

Gratis bloggen bei
myblog.de





Staunen am Morgen

Da habe ich wirklich gestaunt, komme gegen halb vier nach unten, öffne die Hintertür und sehe, dass es regnet.

Das habe ich schon sehr lange nicht mehr erlebt, denn während es einst an der Tagesordnung war, dass ich dank so vieler Gassi- und Einkaufsgänge fast dauernass war, weil ich ja immer beide Hände benötige und daher keinen Schirm mitnehmen kann, kann ich mich im Moment gar nicht mal erinnern, wann es mir zum letzten Mal passierte.

Also rein in die Gartenclogs und meine altbewährte und zumindest etwas wasserabweisende Gassijacke, die über so viele Taschen verfügt, dass ich bequem Schlüssel, Schnupftüchlein, Kachtütchen und andere Utensilien darin unterbringen kann und dann immer noch eine frei habe für schöne Kieselsteine, die ich ja eventuell finden könnte.

Auf eine wirklich große Runde hatten wir beide keine Lust, deshalb wählte ich einen kürzeren Weg, den ich schon lange nicht mehr gegangen bin.

Und auch dort, grrrrr, eine ganze Reihe sehr alter Pappeln fehlt, einfach ohne jeden ersichtlichen Grund niedergemacht.

Die Stadt hat vor einigen Jahren völlig anachronistisch die Baumschutzverordnung gekippt und seitdem, so erscheint es mir, versucht man sich hier gegenseitig zu überbieten im Bestreben, die ganze Gegend möglichst baumfrei zu gestalten.

So etwas macht mich wirklich fassungslos und ich fürchte, das traf auch auf die Stuttgarter zu, als sie gestern Morgen erfuhren, was in der Nacht in der Innenstadt geschehen war.

12 Jahre meines Lebens habe ich dort verbracht, kenne besonders diese Innenstadt sehr gut und erlebte so mache Mittagspause auf dem Schlossplatz, von dem aus die Randale ja nun wohl ausging.

Die "Party- und Eventszene" also?

Was um Himmels Willen mag das sein?

Auch zu meiner Zeit gingen wir gern mal feiern, aber eine ganze "Szene" drumherum gab es eher nicht, zumal Stuttgart damals noch sehr konservativ geprägt war und die Kehrwoche eines der beherrschenden Themen, was mir als "Roig'schmeckter" besonders auffiel.

Der wunderschöne und denkmalgeschütze alte Sackbahnhof mit seiner prächtigen Halle war das Erste, was ich damals zu Gesicht bekam, als ich mit 21 Jahren mit einem Koffer und einer Reisetasche dort einlief, nicht einmal wissend, wo ich abends schlafen würde.
Sicherheitshalber besah ich mit die Bänke (auch auf besagtem Schlossplatz) genauer, man weiß ja nie ...
Zum Glück war meine Sorge aber unbegründet, denn meine Firma hatte es hingekriegt, mir trotz der auch damals schon existierenden Wohnungsnot ein möbliertes Zimmer zu besorgen.

Ein wirklich schönes, altes Haus, sogar mit Türmchen, Miniküche und Duschkabine mit im Zimmer, Klo ne halbe Treppe höher.

Was da wohl die heute doch sehr viel mehr verwöhnte Jugend zu sagen würde?

Kontakt nach Hause konnte ich über eine nahegelegene Telefonzelle halten, sofern ich denn über genügend Kleingeld verfügte, Radio oder gar Plattenspieler oder TV hatte ich natürlich nicht und wider Erwarten wurden sehr intensive und schöne Monate daraus - abends zeichnete, malte ich, schrieb und las viel und knüpfte auch schon bald erste zarte Bande, so fest sogar, dass ich nach den vier Monaten, die mein Auftrag eigentlich nur dauern sollte, gar nicht mehr wegwollte und es vorzog zu kündigen und von vorne anzufangen, was mir auch prima gelang.

Hach, wie locker, unbesorgt und vor allem frei man doch damals noch war, und wie stolz war ich, als ich mir im Laufe der nächsten Jahre Führerschein, Auto und Wohnungseinrichtung selbst verdient hatte.

Für mich war es genau die richtige Entscheidung gewesen, mich so jung Hunderte von Kilometern weg von zu Hause zu begeben, wo ich ja noch niemanden kannte und sicher sein konnte, bei niemandem Hilfe zu finden.

Einfach rin ins Leben und gucken, was da kommen mag.
Keine Ahnung, ob ich mich so etwas heute auch noch einmal trauen würde - vermutlich aber schon, nur hat man sich blöderweise mit Haus und all den angesammelten Dingen viel zu schwer belastet.

Doch zurück zu Stuttgart - wie die Einwohner selbst war auch ich entsetzt über "Stuttgart21" und darüber, dass man Teile dieses Bahnhofes und vor allem auch den herrlichen alten Baumbestand im Rosensteinpark plattmachen wollte, und empfand die größte Hochachtung vor den "braven" Leuten dort, die nun begannen auf die Barrikaden zu gehen.

Völlig umsonst leider, wie sich dann zeigte, und niemals hätte ich mir träumen lassen, dass sich die Stadt in der Folge so drastisch und so schnell verändern könnte, wie sie das ja nun offenbar getan hat.

Man darf gespannt sein, was die Nachforschungen noch ergeben und wie offen dann über die Hintergründe berichtet wird.

Nun noch einmal kurz zu dem, was ich gestern schrieb, ich hatte nämlich die Mäusegerste vergessen zu erwähnen.

Sie hat sich von Südeuropa aus stark nach hier ausgebreitet, für den "Normalo" sicher ziemlich uninteressant, nicht aber für Hundehalter, denn die Grannen können zu bösen Entzündungen führen, weil sie durch das Fell wandern und sich in die Haut bohren.

Ich hatte schon vor Jahren davon gelesen, es aber irgendwie wieder erfolgreich verdrängt, bis ich die Tage zufällig wieder darauf stieß, und siehe da, hier wuchert sie überall an Weg- und Wiesenrändern und sogar in meinem Garten fand ich sie letzte Woche.

Es ist also tatsächlich ratsam, seinen Hund nach jedem Gassigang kurz mal auf Grannen hin abzutasten.

Und damit genug für heute, knapp die Hälfte der Wohnzimmerwände- und decke habe ich inzwischen geschrubbt mit deutlich sichtbarem Erfolg, die andere Hälfte wartet zwar geduldig auf mich, aber da man den Unterschied echt krass sieht, spornt mich das natürlich zum Weitermachen an.

Habt einen guten Start in die Woche und ... bleibt gesund!
22.6.20 06:52
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sparköchin / Website (22.6.20 13:00)
Liebe Rex-Mama,
den Schliafhansl gibts bei uns überall, leider. Immer schon, als Kinder haben wir uns die Ähren oben ins Leiberl gesteckt und das Ding ist dann langsam, juckend und kitzelnd, hinuntergewandert. In die Haut haben sie sich allerdings bei uns nie gebohrt.
In unseren Medien wurde berichtet, dass sich bei einer Drogenkontrolle ein Jugendlicher in Stuttgart belästigt gefühlt hatte und in der Folge alles aus dem Ruder lief.
So einen Start ins Blaue wie du in Stuttgart hätte ich mich als junge Frau nie getraut. Nach meinem Aufenthalt in Indonesien hatte ich die Idee, auf ein Jahr oder zwei dort zu arbeiten. Dass sich das nicht ergeben hat, war mir letzten Endes gar nicht so unrecht.
Aber ich bin ja auch begeisterte Wienerin, für mich eine der wunderbarsten Städte der Welt. Da hab ich gar nicht so den Bedarf nach neu.
Auch dir einen guten Wochenstart!
LG


"Rex-Mama" (22.6.20 15:22)
Ui, Indonesien oder überhaupt Ausland wäre für mich sicher auch was gewesen.
Nach Wien habe ich es leider bis heute noch nie geschafft, aber was nicht ist, kann ja noch werden. :-)

Was Stuttgart angeht, ist schon der Hammer oder?
Einer fühlt sich durch eine Drogenkontrolle "belästigt" und schon beginnen Hunderte zu randalieren und zerstören.
Man darf gespannt sein, wie die dort regierenden Grünen damit umgehen.


lifeminder (22.6.20 21:00)
Hallo, Liebe "Rex-Mama"!

Ich weiß noch nicht so recht, ob ich deinen Hauptteil am spannendsten finde, oder die kleinen versteckten Anspielungen und Anzeichen auf das Leben "vor Püppi & Rex". - Dein Leben zuvor scheint auch nicht ohne gewesen zu sein? - Es klingt ein wenig verträumt wie du von diesen ruhigen Abenden ohne TV und allem anderen schreibst. - Mal sehen ob wir von den "Stutti Diaries" noch was zu hören bekommen?


Auch sonst scheinst du sehr umtriebig zu sein?

Ah es gibt tatsächlich Tage, wo Hunde weniger zum Gassi gehen haben wie an anderen?
Wie stellst du das denn Fest? bzw. wie zeigt das Rex?


Liebe - Wenn man manchmal eine Hand braucht ist eine Pfote sofort zur Stelle - Grüße
Vom lifeminder


"Rex-Mama" (23.6.20 05:24)
Lach, mein Lieber, ich denke, das "nicht ohne" trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf, ich habe wirklich die unterschiedlichsten Milieus kennen gelernt, angefangen vom Bildungsbürgertum, über die "oberen Zehntausend", bäuerliches Landleben, Evangelikale, gläubiges Katholikenumfeld bis hin zu Rockern und Hippies ... und natürlich noch so einige Abstufungen, die in nichts hineinpassen.
Diese berieselungsfreie Zeit damals war für mich so intensiv, weil ich ja gezwungen war, mich ausschließlich mit mir selbst zu beschäftigen, und noch heute habe ich zwei Bilder hier hängen, die ich damals anfertigte - mangels anderem Unterhaltungsangebot. ;-)

Einem Hund merkt man durchaus an, wie groß seine Lust auf einen Gang ist. Normalerweise zappelt Rex dann schon aufgeregt an der Haustür herum, manchmal so dolle, dass ich mich abwende, bis er sich brav hinsetzt, damit ich ihm sein Geschirr umlegen kann.
Regnet es allerdings, ist sein Enthusiasmus deutlich schwächer. Zwar lässt er sich anleinen, geht dann aber eher zögerlich die Stufen hinab, so nach dem Motto: Nö, so richtigen Bock hab ich gar nicht.

Liebe Das-einen-sehr-schönen-Spruch-finde-Grüße zurück. :-)

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung