Rex - my love, mein Auslandshund
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Freudige Überraschung

Wie schööööön, myblog.de scheint wieder reibungslos zu funktionieren, herzlichen Dank dafür!

Zwar hatte ich es nach einigem Herumfummeln doch noch geschafft, die Seite aufzurufen, aber da man die Sicherheit umgehen musste, war es doch ein mulmiges Gefühl und Zeit, sich zu hinterfragen: Warum mache ich das eigentlich und was genau macht das Schreiben so wichtig für mich?

Vermutlich war es schon immer ein Mittel für mich auf dem Weg zu seelischer Ausgeglichenheit.

Es war Winter, Brüderken und ich trugen tagsüber unter Hose bzw. Kleid dicke Strumpfhosen und eines Abends zogen wir uns um für die Heia, als ich mir selbige auf den Kopf setzte und somit zwei Zöpfe herunterhängen hatte. B. machte es mir nach, wir lachten uns kaputt, weil nun beide mit Mädchen-"Frisur", und schon waren Anette und Brigitte geboren.

Sicher hatte ich dabei Pipi Langstrumpf im Hinterstübchen, denn die Anette entsprach ihr in vielen Dingen, während Brigitte ein bisschen was von Tom und Annika hatte.

Wir mussten immer sehr früh ins Bett und eigentlich hatten wir dort wie auf Kommando sofort einzuschlafen, was natürlich nicht klappte, und so war es für uns ein erlösender Weg aus dem strammen Drillkorsett, in das unsere Mutter uns fortwährend zwang, ganz leise flüsternd (damit sie uns nicht hörte) unsere kleinen Sprechspiele zu pflegen und jeder seine Rolle auszubauen.

Die tollsten Abenteuer und Gefahren bestanden wir, lebten spielend die Freiheit aus, die uns real gänzlich verwehrt war, und es kamen weitere Figuren hinzu, die wir wechselweise übernahmen.

So gab es beispielsweise den Brotfisch, diesmal durfte B. die Rolle des Helden übernehmen. Wir waren in einer Nussschale irgendwo auf den Weltmeeren unterwegs, mussten gegen Piraten und Seeungeheuer kämpfen, nur Hunger litten wir nicht, denn was man vom Brotfisch abbiss, wuchs sofort wieder nach, zumal es sich um einen sehr klugen Fisch handelte, der immer Rat wusste, wenn wir mal wieder in der Bredouille saßen.

Ähnlich wie das Lesen von Büchern, das uns im Bett ja leider verboten war, stellte dies ein Abschalten von der Realität dar und so maches wirklich Erlebte ließ sich damit ein wenig verarbeiten.

Später dann fing ich an Tagebuch und erste Gedichte und Geschichten zu schreiben, Ersteres leider heimlich mitgelesen von Muttern, was ich zum Glück damals aber nicht ahnte, denn sonst hätte ich sicher kein Wort mehr darin festgehalten.

Mit 18 Jahren landete ich für zwei Monate mit Rheumatischem Fieber im Krankenhaus, da Papa als Beamter privat versichert war, auf entsprechender Station und im Einzelzimmer, was einerseits sehr schön, andererseits aber auch stinkelangweilig war.

Also ließ ich mir alles Mögliche einfallen, pflückte im KH-Park Wildblumensträuße, schmückte Schwestern- und mein eigenes Zimmer damit und begann zu zeichnen.
Irgendwo war ein kleiner Untersetzer hergekommen, auf dem in Strichen das Bamberger Rathaus abgebildet war. Ich ließ mir einen Zeichenblock und Bleistifte mitbringen und fing an, das stark vergrößert zu kopieren, was mir so gut gelang, dass sogar der Chefarzt mich bat, ob ich ihm auch so eine Zeichnung anfertigen könnte.

Ich bekam täglich Penicillinspritzen und Blut abgenommen und freute mich immer schon darauf, wenn sie endlich kämen, wusste ich doch, dann hätte ich es für heute hinter mir.

Dieses Procedere beschrieb ich dann in einer Indianergeschichte, der Häuptling (Chefarzt) kam mit seinem Gefolge (Assistenzärzte/Schwestern) zu mir, um mich zu martern, alle gehorchten ihm aufs Wort und ich war das arme geschundene Opfer usw.

Einer Schwester, mit der ich mich angefreundet hatte und die nach Feierabend gern mal mit einem Döschen Bier zu mir kam, las ich das Ganze vor, sie lachte herzlich und erzählte ihren Kollegen davon, bis sich das auch zu einem schwer krebskranken Lektor, der auf der gleichen Station lag, herumgesprochen hatte.
Er fragte mich, ob denn auch er das einmal lesen dürfte, herzklopfend willigte ich ein und wurde für meinen Mut belohnt, denn er fand lobende Worte und fühlte sich an Kishon erinnert, so wie ich alles auf die Schippe nahm.

Tja, und so ging es weiter. Irgendwie hatte ich immer mit Geschriebenem zu tun, später dann auch beruflich und bis heute ist es für mich wichtig, Gedanken auf diese Weise zu sortieren und den Kopf für Neues freizubekommen, denn was ich einmal aufgeschrieben habe, kann dann weiter in die hinteren Gehirnwindungen rutschen.

Püppi war ja wesentlich pflegeleichter als Rex. Wenn ich mit ihr unterwegs war, musste ich mich nicht ausschließlich auf sie konzentrieren, sondern konnte meine Gedanken fliegen lassen und so hatte ich oftmals, bis wir nach Hause kamen, ein komplettes gereimtes Gedicht oder eine ganze Kurzgeschichte im Hinterstübchen, was ich dann nur noch eben (mit kleinen Verbesserungen) aufschreiben musste.

Praktisch, so ein Hund, nicht wahr?

Hach, ich könnte mich nun durchaus noch weiter über dieses Thema und auch Rexibubi auslassen, aber ich muss wieder Erde schleppen gehen.

In Schulter und Kreuz spüre ich das inzwischen schon arg, gestern habe ich so viele Eimer befördert, dass ich mittags völlig kaputt war. Legte mich zu einem kurzen Erholungsschläfchen hin, das dann aber bis 18 Uhr dauerte, wie ich verblüfft feststellte. Sogar meinen Essenstermin um fünfe, auf den ich mich ja immer schon 16 Stunden lang freue, hatte ich verpennt.

Leider nicht nur den, sondern auch das Hervorholen des Gartenschlauches, denn alles ist ja schon wieder furztrocken, da es schon ewig nicht mehr regnete.

Also jetzt erst mal Erde schleppen - Rex ist begeistert davon und beginnt stets sofort mit dem Zerwühlen, sobald ich wieder eine Ladung in eines seiner Buddellöcher gekippt habe *g*, dann Wasser verteilen und vermutlich muss ich das Schneiden der Hecke auf morgen vertagen, weil man ja auch noch ein paar andere Dinge zu erledigen hat.

Habt einen schönen Start in die Woche und ... bleibt gesund!
18.5.20 06:58
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lifeminder (18.5.20 19:06)
Hallo, Liebe "Rex-Mama"!

Auf der einen Seite klingt deine Bereich beschwingt und gewohnt leicht. Auf der anderen Seite, wenn ich das so lese, klingt das auch nach teilweise harter Kindheit?

Der Brotfisch fand ich extrem originell.
Mit deinem Pippi Langstrumpf Einwurf hast du mich daran erinnerst, das ich seit Jahren ja schon die Tagebücher von Frau Lindgren lesen mochte.

Dein Klinikaufenthalt hat mich rundum gerührt. Was für eine Lebensstory.

"F" ist und bleibt ein guter, das er sich die Mühe machte, deine Artikel zu archivieren fand ich toll. Ich hoffe, du hast sie alle oder zumindest fast alle zusammen, es wäre schade, wenn diese kleinen Erzählkunstwerke eines Tages verschollen blieben!

Gegen Schulter und Kreuz rate ich gerne zu Latschenkiefer, der nach einer heißen Dusche und am nächsten morgen wirst dich besser fühlen

Gibt es denn beim Gassi-gehen Zonen, wo du Rex von der Leine lässt?

Liebe - Lebensintensivgeschmacks - Grüße
Vom lifeminder


padernosder (18.5.20 19:07)
Hallo,

wenn ich Deine Schilderungen so lese, frage ich mich, warum da so viel Bekanntes steht? Zeichnen und Dichten stand bei mir auch schon recht früh "hoch im Kurs". Und jetzt das 16 Stunden "Intervallfasten". ;-)

Hingegen mag ich das handwerkliche Arbeiten weniger. Ich werde schon müde vom "an der Luft sein". ;-) Und heute schon zu wissen, was ich morgen tun muß, das ist für mich inzwischen ein Gräuel! Das liegt am jahrzehntelangen "Funktionieren-Müssen", am regelmäßigen Aufstehen beim Klingeln des Weckers zu nachtschlafender Zeit. ;-)

Ich kann mit dem Ausdruck "wohlverdienter Ruhestand" sehr viel anfangen, auch wenn heute oft der "Un-Ruhestand" angestrebt wird. Aber jeder darf ja versuchen, seine Ziele so zu erreichen, wie er will, solange kein Virus alles auf den Kopf stellt. ;-)

Nach einer kurzen Pause schreiben wir wieder, wie es uns in den Sinn kommt und kommentieren mehr oder weniger "auf den Punkt". Das ist doch was! ;-)

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