Rex - my love, mein Auslandshund
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Zeitenwenden

Nachdem ich ja gestern dank Rex irgendwie in der Zukunft gelandet war, hört dieses Thema gar nicht mehr auf durch meinen Kopf zu spuken.

Zumindest in der westlichen Welt beziehen wir uns bei Jahresangaben auf vor oder nach Christi Geburt, ein weiterer markanter Punkt war die Entdeckung Amerikas durch Columbus, die man gemeinhin als den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit betrachtet.

Dann waren da natürlich die beiden Weltkriege - ich entsinne mich gut, wie mein geliebtes Großtantchen oft erwähnte, das war noch vor ... oder eben nach dem Krieg - und auch jeder von uns dürfte solch persönlichen Wendemarken in seinem Leben kennen.

Wenn ich alte Lieder höre, kann ich meist recht genau sagen, wann sie entstanden oder populär gewesen sein müssten, weil ich sofort Bilder vor meinem inneren Auge sehe von Situationen, die ich mit Untermalung durch eben dieses Lied erlebte.

Als Erstes fällt mir da "Without you" von Nilsson ein, höre ich das irgendwo, fühle ich mich sofort zurückversetzt in die Mitte der Siebziger, als ich auf der samstäglichen Disco-Party in der Tanzschule mit irgendeinem Typen auf der dicht gefüllten Tanzfläche einen Stehblues veranstaltete und mir der Windzug aus der Lüftungsanlage in der Decke leise über die nackten Arme und durchs Haar strich.

Ich war erst 14, als ich mit der Tanzschule begann, hielt mich aber dann jahrelang dort auf, also in einer Zeit, in der das allmähliche Erwachsenwerden begann, ein wichtiger Punkt, genau wie Abitur oder die darauf folgende Ausbildung und der Auszug von daheim

Dann war da natürlich der Umzug ins Schwabenländle - ich war gerade 21 und auf einmal fast 500 km entfernt von allem Vertrauten und noch heute beziehe ich mich oft darauf, sage, das war noch vor Stuttgart.
Vor der nach der Hochzeit ... vor, mit oder nach Püppi ... zwischen den beiden Hunden ... nach Rex' Einzug - jeder von uns kennt diese Wendemarkierungen und nun frage ich mich gerade, ob wir eines Tages auch von vor oder nach Corona reden werden.

Vermutlich wird dem so sein, denn ich ertappe mich ja jetzt schon dabei, wie ich denke, meine Güte, was waren das noch für Zeiten, man hat sich zur Begrüßung umarmt ... oder so.
Dabei ist das erst ein paar Wochen her, dass unser Leben derartige Einschnitte erfuhr, wir uns bei Begegnungen (auf Entfernung natürlich) argwöhnisch beäugen und einen großen Bogen umeinander machen.
Ganz zu schweigen davon, dass es uns "damals" undenkbar erschienen wäre, auf welch wackligen Beinen Demokratie, Grundrechte und sogar die Freiheit, arbeiten gehen zu dürfen, doch stehen ...

Aber nun zu etwas Positivem:

Im letzten Jahr stolperte ich immer wieder über die Stille draußen.
Nein, nicht die menschliche, denn meine Artgenossen veranstalteten mit ihren PKWs, LKWs, Mopeds, Motorsägen oder Laubbläsern den gleichen Lärm wie immer, aber die Vogelwelt schwieg.
Gelegentlich das wilde Schlagen einer Taube im Baum, das wüste Schnattern der Elstern oder das Krächzen von Krähen, ansonsten war da nichts.
Hatten früher Amseln, Spatzen oder Meisen in meinem Garten gebrütet und ich mich am munteren Treiben der Heckenbraunellen erfreut und hatte ich sogar meinen persönlichen Buchfinkenfreund, der sofort angeflogen kam, wenn ich die Tür öffnete und "Mützchen" rief, um sich ein Nüsschen abzuholen, herrschte nun einfach Leere.
Kein Piepsen, Zwitschern, Trällern, alle Singvögel schienen verschwunden zu sein.

Zum Glück ist es aber auch hier zu einer Wende gekommen, erst waren es Rotkehlchen, die mir auffielen, dann kamen die Meisen zurück und als ich eben auf meinem Eckstühlchen saß, um eine zu rauchen, hüfte tatsächlich die erste Amsel herum, nahm ein Schlückchen aus der immer gefüllten Vogeltränke und machte sich dann auf Würmchensuche zwischen den Rasenresten, die Rex uns (zumindest bis jetzt noch) gelassen hat.

Mal abwarten, ob auch Spatzen und Heckenbraunellen zurückkehren.
Schön wäre es ja und ein Zeichen, dass es in dieser völlig bekloppten Zeit doch noch Normalität gibt.

So, ich muss zugeben, Rexibubi kam heute mal wieder ein wenig zu kurz, aber ... es macht ja auch durchaus Spaß, sich mal mit Vögeln zu beschäftigen.

Bis morgen, bleibt gesund und lasst euch von der Massenhysterie nicht allzu sehr anstecken.
1.4.20 08:08
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lifeminder (2.4.20 01:19)
Von der Massenhysterie lasse ich mich sicher nicht anstecken. Aber von deinem Blog, der hat mich voll erwischt. - Von nun an, haste einen regelmäßigen Leser mehr.

Diese unbekümmerte fröhliche und trotzdem, nachdenkliche Art macht mir einfach Spaß zum Lesen.

Ich freue mich jetzt schon sehr, AUF MEHR!

Liebe Grüße
Vom lifeminder


"Rex-Mama" (2.4.20 06:08)
Nun starte ich schon wieder sehr gut gelaunt in den jungen Tag, hab Dank dafür, mein lieber lifeminder.
Kann das nur zurückgeben, denn auch ich bin neugierig geworden und habe angefangen, mich bissl durch dein Archiv zu lesen.

Liebe Grüße zurück!

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