Rex - my love, mein Auslandshund
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Instinkt

Der Mensch neigt dazu, sich als selbsternannte Krone der Schöpfung zu überschätzen und andere Lebensformen im Umkehrzug zu degradieren, so ging man immer davon aus, dass Tiere lediglich über einen Instinkt, nicht aber über Intelligenz verfügen.

Welch ein Trugschluss - was die meisten Hundehalter längst wissen, weil sie es täglich erleben, wird nun mühsam versucht wissenschaftlich zu belegen, wobei es natürlich wie auch beim Menschen bei Hunden ebenfalls Exemplare gibt, deren IQ nicht über den einer Scheibe Toastbrot hinausreicht, aber grundsätzlich sollte man sie in ihren denkerischen Fähigkeiten nicht unterschätzen.

Ich verließ beispielsweise mal mit Püppi das Haus, war noch mit Abschließen beschäftigt, als sie an ihrer Leine eine Stufe unter mir plötzlich erregt und gequält aufjaulte.
Nein, ich hatte sie nicht versehentlich getreten, da steckte etwas anderes dahinter und so drehte ich den Kopf in die Richtung, in die auch sie schaute.

Schräg gegenüber von uns wohnte damals eine italienische Familie, die zwar einen kleinen Mischlingshund hielt, sich aber kaum um ihn kümmerte, sodern ihn den gazen Tag durch die Gegend streunen ließ. (Mitunter kam er wohl zu spät zurück, dann sperrten sie zu und das arme Kerlchen weinte und jaulte die ganze Nacht.)

Nun sah ich gerade noch, wie dieser Streuner ganz knapp einem Auto entkam. Er hatte die Straße überqueren wollen und dabei überhaupt nicht auf den Verkehr geachtet.
Püppi hatte das im Gegensatz zu mir von Anfang an mitbekommen und sofort die richtigen Schlüsse gezogen: Hund>>Auto>>Gefahr für Hund.

Man stelle sich die gleiche Stiuation mal mit einem kleinen Kind vor. Ab welchem Alter wäre es wohl in der Lage, so vorausschauend zu denken und dies auch noch mit Empathie für ein anderes Lebewesen zu verbinden?

Ein anderes Beispiel war unsere Speisekammertür. Es ist eine Feuerschutztür und dank der Eisenschwelle hat sie über dem Fliesenboden der Küche zwei Zentimeter Spiel, wenn sie offensteht.
Ich saß auf der Eckbank, warf Püppi ein Leckerli zu, dies fiel zu Boden und rutschte unter besagtem Spalt hindurch.
Sie hatte das beobachtet und ging nun nicht etwa von vorn heran, um untendurch zu züngeln, sondern machte sofort drei Schritte um die Tür herum und kam alsbald mit ihrer Beute zurück.

Auch dazu gehörte Kombinationsvermögen und ich war immer faszinierter und neugieriger, herauszufinden, was in ihrem haarigen Köpfchen wohl vor sich gehen mochte.

Ich zählte öfter durch, wie viele Ausdrücke sie ganz sicher verstand, egal wie ich sie betonte.

Man muss hier vorsichtig sein und wirklich auf die Betonung achten, denn Hunde haben ja eine innere Uhr und wissen genau, wann ihr "Herrchen" z.B. von der Arbeit kommt. Dann ist es völlig wurscht, ob man freudig auffordernd sagt: "Kommt da gleich dein Herrchen?", oder - im gleichen Tonfall: "Soll ich dir den kleinen Arsch aufreißen?"
Die Freude wird immer die gleiche sein.

Mein Püppchen hatte einiges an Spielzeugen, die sie über den Tag gern mal im Garten verteilte. Abends ließ ich sie dann aufräumen, jedes Teil hatte einen festen Namen und sie hatte mächtig Spaß daran.
Hol die Puppe, hol den Baumstamm, hol den Quietschie, hol den grünen Ball, jetzt den roten.
Sie erledigte alles prompt, kannte also jeden Namen und auch von der angelblichen Rot-Grün-Schwäche bei Hunden konnte ich nichts feststellen.

So beobachtete ich uns beide munter vor mich hin und testete die verschiedensten Dinge aus.
Damals lebten meine Eltern noch und ich fuhr einmal die Woche mit ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihnen, um Muttern im Haus zu unterstützen.
Als ich das zum ersten Mal mit meinem Mädel machte und mit ihr auf die U-Bahn wartete, war sie mit einem Witsch unter der Bank vershwunden, auf der ich saß, als die Bahn einfuhr, aber dann begann sie diese Ausflüge zu lieben, besonders das Busfahren hatte es ihr angetan.

Einmal sagte ich ihr abends: "Morgen fahren wir Bus", das wars, ab da verlor ich kein Wort mehr darüber, zog mich am nächsten Morgen kommentarlos an, so als würden wir nur ganz normal Gassi gehen, verließ mit ihr das Haus und ließ sie an der Leine gewähren, wollte rauskriegen, ob sie noch wusste, was geplant war.

Und ob sie wusste - sie zog mich nach nebenan in die kleine Grünanlage, hockte sich hin, als ob sie Pipi mache (ich hatte mich gebückt und gesehen, dass es Verarsche war, denn es kam kein Tropfen), erhob sich, zog weiter zur Bushaltestelle, wo sie sich neben dem Schild hinsetzte und in die Richtung schaute, aus der der Bus kommen müsste.

Da hatte sie neben Wort- und Sinnverständnis auch Gedächtnis bewiesen und die Fähigkeit, bewusst zu täuschen, um das gewünschte Ziel schneller zu erreichen.

Für ein Lebewesen, das (damals noch weitgehend) angeblich nur über Instinkt verfügt, schon sehr erstaunlich, oder?

Und damit genug für heute - bleibt gesund und gefasst, was immer da noch auf uns zukommen mag.
25.3.20 08:15
 


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