Rex - my love, mein Auslandshund
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Ups, ...

... sehe gerade, dass die Smileys hier nun offenbar auch nicht mehr funktionieren. Obwohl ich in der Vorschau noch grinsende oder was auch immer für bunte Bildchen sah, musstet ihr mit dem Wort "emotion" vorlieb nehmen.

Ich teste es heute noch mal und würde mir ein Loch in den Bauch freuen, wenn der Seitenbetreiber sich endlich mal einen Ruck geben und wieder kümmern würde. Gerade in der jetzigen Situation ist es doch für viele immer wichtiger, wenn zumindest der virtuelle Austausch klappt.

Und damit zurück zu Püppi und wie wir lernten miteinander zu "reden".
Sie wurde damals auf 2-3 Jahre geschätzt, war hochträchtig, aber völlig abgemagert am Strand von Gran Canaria gefunden worden. Eine Frau päppelte sie wohl auf und lieferte sie dann bei Anahi ab, der Tierschutzorganisation, der sich ja später auch Rex freiwillig anschloss.
Dort bekam sie ihre Jungen und wurde anschließend ins hiesige Tierheim vermittelt, wo ich sie dann ja entdeckte.
Auch bei ihr weiß ich also nicht, ob sie zuvor schon jemals wirklich in einem Haus gelebt hatte, nur spielte das bei ihr keine so große Rolle, weil sie unheimlich viel Wert darauf legte, sich anzupassen und so zu verhalten, wie es von ihr gewünscht wurde.

Ein Schlüsselerlebnis war für mich, als ich im Garten mit ihr Ball spielte. Ich warf ihn etwas zu weit und er landete in meinem damals ja noch so schönen Blumenbeet. Sie wollte hinterher, ich rief spontan nein und sie blieb stehen, als hätte man einen Film angehalten, die linke Vorderpfote noch in der Luft, den Kopf mir zugewandt und schaute, als wolle sie fragen, wie mache ich es denn nun richtig?
Ab diesem Moment war das Blumenbeet für sie tabu und sie begriff den ganzen Garten wie einen weiteren Wohnbereich, d.h. sie erledigte keinerlei Geschäfte mehr dort, weder flüssiger noch fester Art.

Eigentlich stellte sie alles nur einmal an, z.B. hatte ich in der Küche ein abgedecktes Nudelsieb zum Abkühlen stehen, sie warf es mitsamt dem Teller hinunter, machte sich über die Nudeln her, ich sprach Klartext und ab diesem Moment rührte sie nichts für uns Gedachtes mehr an. Einmal hatte ich Wäsche gefaltet, nach oben getragen, aber noch nicht in den Schrank geräumt, sie schnappte sich einen Sockenknuddel, benutzte ihn als Ball - wieder Klartext, Thema für alle Zeiten erledigt.

Außerdem respektierte sie anstandslos die Schwellen zu Bad und Schlafzimmer (wenigstens diese Räume wollte ich frei von Hundehaaren haben), na ja, zumindest dachte ich das.

Drei Monate nach ihrem Einzug feierten wir meinen Geburtstag, saßen in großer Runde im Esszimmer und ich haute so richtig auf die Kacke, wie gut ich doch mit Hunden könne und wie toll sie schon nach so kurzer Zeit erzogen sei.
Genau in diesem Moment gab es einen kleinen Knall, weil sie die Klobürste quer im Maul trug und mit dieser die nur angelehte Tür aufgeschubst hatte.
Stolz zeigte sie allen ihre Trophäe und ich guckte blöd aus der Wäsche mit meiner Angeberei.

So wurden wir nach und nach ein immer eingespielteres Team. Internet hatten wir damals natürlich noch nicht, also besorgte ich mir im Laufe der Zeit immer mal wieder Bücher und stellte zunehmend fest, dass ich eigentlich rein intuitiv alles richtig gemacht hatte und auf einem guten Weg war.

Ich merkte, wie sie auf jedes meiner Signale reagierte, fing nun meinerseits an, auch sie immer genauer zu beobachten und lernte, ihren Körper zu interpretieren. Sie hat beispielsweise etwas wahrgenommen, das sie erst noch deuten muss, dann legt sie den Kopf schräg, stellt die Ohren steil hoch und dreht diese leicht wie kleine Radarschirmchen.
Sie hat Angst, ist betrübt oder will einfach Unterwürfigkeit demonstrieren, dann scheint sie kleiner zu werden und zieht die Rute zwischen die Beine, während diese wie wild hin und her schlägt, wenn sie extrem aufgeregt oder sogar wütend ist. Wedelt sie dagegen locker bis kräftiger, aber eben nicht wild, dann ist das eher freudige Aufmerksamkeit und u.U. die Aufforderung, nun doch endlich mit dem Spielen zu beginnen.

Ich verstand, dass sie sich naben vielen anderen Dingen auf diese Weise mit Artgenossen verständigte und hörte endlich auf mit dieser blöden Abstufung "ich Mensch, du NUR Hund".
Stattdessen begriff ich uns beide nun als Lebewesen auf verschiedenen Levels, die sich in ihrer Verständigung irgendwo in der Mitte treffen mussten, ähnlich wie bei einem kleinen Kind, mit dem man ja auch anders redet als mit Erwachsenen.

Je intensiver ich sie wahrnahm, umso genauer beobachtete und hinterfragte ich mich auch selbst ... wie mochte dieses oder jenes bei dem Hund ankommen?

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass die Welt eines Hundes eine ganz andere ist als unsere eigene. Er hört und riecht sehr viel besser als wir, sieht dafür aber völlig anders, wohl auch, was die Farben angeht.

Geht man zum Beispiel mit Hund auf eine Ecke oder Kurve zu, zeigt einem dieser mit seiner Körpersprache schon beizeiten an, was einen dahinter erwarten wird. Kommt einem ein anderer Hund entgegen? Wenn man seinen Hund kennt, weiß man es vorher ... ;-)

Und damit endlich zu deiner Frage, liebe Sparköchin:

Hunde kommunizieren auf sehr vielfältige Art miteinander und eben auch mit uns, wenn man sich darauf einlässt.

Neben der reinen Körpersprache haben sie auch noch ein großes Repertoire an Tönen, das von leisem Piepsen über regelrechten Singsang und Knurren bis hin zum Bellen in allen Tonlagen reicht.

Ich gehe morgen weiter darauf ein, auch wenn ich vieles davon schon vor Jahren hier erzählte, finde ich es selber ganz interessant, mir manche Dinge mal wieder bewusst zu machen, kann auch Rexibubi nicht schaden, wenn ich wieder mal mehr mit ihm ausprobiere, statt mich auf Routine auszuruhen.

Gleich muss ich erst mal zum Zahnarzt, habe lange mit mir gerungen, denn so ganz geheuer ist mir dieser Termin nicht, aber ich hoffe, dass die Behandlung dann endlich abgeschlossen ist, bevor man sich wirklich nirgendwo mehr hintrauen kann.

Bis morgen dann, teilt euch euer Klopapier gut ein und bleibt gesund!
24.3.20 07:04
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sparköchin / Website (25.3.20 07:43)
Danke, liebe Rex-Mama, für deine ausführlichen Informationen. Ich fürchte ich bin bei "ich Mensch, du nur Tier" steckengeblieben. Für meinen Begriff werden Tiere aber auch zu sehr verwöhnt, das ist dann auch nimmer artgerecht, finde ich.
Aber ich bin auch Allergikerin, deshalb waren Tiere mit Fell sowieso immer unmöglich für mich. Vor langer Zeit hatte ich eine Schildkröte. Für Fische bin ich zu faul. Aber Hendln halte ich jetzt seit 16 Jahren und bin sehr zufrieden damit. Könnte es mir ohne gar nimmer vorstellen.
Allerdings sind die Neuen, die vor etwa zwei Wochen eingezogen sind, ziemliche Zicken. Ich hoffe die gewöhnen sich bald an mich und an das Futter, das sie von mir zu erwarten haben
Alles Liebe in dieser interessanten Zeit
wünscht die Sparköchin


"Rex-Mama" (25.3.20 08:31)
Da gebe ich dir Recht, liebe Sparköchin, um Tiere wird mitunter ein Bohei betrieben, das den einen die Taschen füllt, den Haltern Freude macht, den Tieren selbst aber absolut nichts bringt.
Ein Hund braucht kein Diamanthalsband, sondern Geborgenheit und einen festen Rahmen, der ihm Sicherheit gibt.
Ich kann deine Empfindungen gut nachvollziehen, war ich doch früher selber so drauf. Hatte so weit ausgeholt, um mal zu zeigen, wie es funktionieren kann, wenn man es hinkriegt, den Schalter umzulegen und sich für ihr Wesen zu öffnen.
Schade mit der Allergie, denn so ein Hund kann das Leben wirklich ungeheuer bereichern, aber immerhin sind Hühner ja auch was Feines. Ich mag ihr Gegackere und vor allem das Krähen des Hahnes - erinnert mich immer an meine Kindheit.

"Interessante Zeit", jau, das hast du gut ausgedrückt, ich finde es auch sehr spannend, wie sich gerade alles so rasant verändert.
Warten wir es ab ... und auch dir alles Liebe!

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