Rex - my love, mein Auslandshund
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Ich habe lange überlegt, ob ich ...

... auf den gestrigen Kommentar eingehen sollte, da mir vieles zu unlogisch und völlig neben der Spur interpretiert bzw. argumentiert war. Oder was soll man dazu sagen, dass sich ein Geschöpf als Erwachsener anders verhält als als Baby?

Der (freudsche?) Versprecher am Ende bereitete mir allerdings großes Vergnügen und so will ich doch noch einige Punkte anmerken.

Zunächst einmal fällt es mir immer wieder auf, dass manche Menschen auf das Thema Intelligenz sehr empfindlich reagieren, ganz gleich, ob es sich um die menschliche oder die von Tieren handelt, so als sei sie ein Qualitätsmerkmal, würde etwas über den Wert eines Geschöpfes aussagen.

Herrje, das ist doch völliger Blödsinn, da ticken einige Synapsen im Gehirn anders oder schneller als bei anderen und oftmals ist dies für die Betroffenen eher Last denn Vergnügen. Nicht umsonst fallen so viele Kinder, bei denen die Hochbegabung nicht erkannt wurde, mit Pauken und Trompeten durchs schulische Raster - sie langweilen sich einfach und genauso kann das bei Hunden auch laufen.

Natürlich gibt es Intelligenztests für Hunde, von einem berichtete ich ja gestern sogar, der nämlich bei Stern-TV durchgeführt wurde.

Hier ein weiteres Beispiel, das ich für Bubi mal probeweise durchgespielt habe, die Antworten natürlich nur auf meinen bisherigen Erfahrungen mit ihm beruhend.

Als Ergebnis kam das hier heraus:
"Wow! Ihr Vierbeiner ist eine Intelligenzbestie. Das bedeutet: fördern Sie seine Intelligenz, sonst langweilt sich Ihr Hund und stellt Dinge an, die er nicht sollte. Ob mit Intelligenzspielzeug oder über Hundesport, es gibt viele Möglichkeiten für intelligente Vierbeiner."

Und genau das ist es ja, was ich gestern sagte und auf das auch Rütter bei seinem von mir beschriebenen Auftritt hinauswollte: Wenn ein Hund nicht nur Hausgenosse sein, sondern bestimmte Aufgaben wahrnehmen soll, kann Intelligenz in einer gewissen Höhe sogar eher hinderlich als förderlich sein, wobei dieser Begriff sowieso mit Vorsicht zu genießen ist, weil einfach viel zu schwer messbar.

Blinden-, Spür-, Rettungs- oder was auch immer für Hunde werden sehr sorgfältig ausgewählt, eine gute Auffassungsgabe ist sicher ein Kriterium, aber mindestens genauso wichtig sind z.B. soziale Kompetenz und - ganz wichtig - Durchhalte- und Konzentrationsvermögen.

Und - bitte nicht gleich wieder hochfahren, liebe C. (ich nehme doch an, du bist eine Frau?) - vielleicht ist auch ein gewisses Maß an Stupidität erforderlich, denn man stelle sich beispielsweise mal ein Tier vor, das Rauschgift erschnüffeln soll, was ja nichts anderes ist als die spielerische Suche nach Erfolgserlebnissen bzw. Belohnungen. Wenn ein solcher Hund nun bereits nach einer Minute gelangweilt wäre und Ausschau hält nach Interessanterem, dann wäre das eher kontraproduktiv, oder?

Ich will jetzt nicht darauf eingehen, inwieweit Intelligenz gerade in ganz jungem Alter noch beeinfluss- bzw. veränderbar ist, dazu mag C. selber Google bemühen, Fakt ist aber, dass Rex so, wie ich ihn zweijährig übernommen habe, z.B. als Blindenhund trotz seiner guten Auffassungsgabe von seinem Naturell her völlig unbrauchbar gewesen wäre, dazu ist er einfach viel zu ungeduldig, zu neugierig und damit zu willig sich ständig ablenken zu lassen.

Nun zum abstraktem Denken.

Was ist das denn?

Vielleicht kann man es so beschreiben: Ich nehme etwas wahr und bin in der Lage, es mit meinen Erfahrungen zu verknüpfen und daraus logische Prozesse abzuleiten.

Den Vorfall mit dem streunenden Hund, der um Haaresbreite einem Auto entkam, habe ich bereits früher einmal ausführlich geschildert, es war ganz eindeutig, dass Sissi die Gefahr erkannt hatte und deshalb aufquietschte, genau wie sie am Strand ganz erbärmlich jaulte, wenn sie sich mit F. auf der Decke befand, während ich in den Wellen herumtobte.

Bei ruhigem Wasser sah dies völlig anders aus, da blieb sie ganz gelassen, das Theater setzte nur bei Wellen genau in dem Moment ein, wo ich mich in sie hineinbegab.

Viele andere Begebenheiten im Verlaufe unserer gemeinsamen 15 Jahre hatten den Verdacht bereits nahegelegt, dass man auf Gran Canaria versucht hatte sie zu ersäufen (womöglich schon als Welpen), so dass es auf der Hand lag, sie hatte panische Angst vor Wasser, das sich bewegt und Geräusche macht, und sorgte sich nun um mich, weil ich mich eben dieser Gefahr aussetzte.

Und dass sie absolut logisch denken konnte, zeigte sich ja auch daran, dass sie fähig war zu bescheißen.

Auch davon habe ich früher schon erzählt ...

Ich fuhr zu dieser Zeit jede Woche mit ihr mit dem Bus zu meinen Eltern, sie kannte das Wort Busfahren also, aber nun wollte ich einmal austesten, wie es um ihr Erinnerungsvermögen bestellt war.

Morgens hatte ich sehr früh zu ihr gesagt: "Wollen wir heute mim Bus fahren?"

Zwar war es Ritual, dass wir zuvor immer nebenan in der kleinen Grünanlage noch schnell Pipi machen gingen, aber das taten wir auch, wenn es anschließend wieder nach Hause ging, sie konnte es also nicht automatisch mit dem Bus verbinden.

Einige Stunden nach meiner Ankündigung ging ich mit ihr nach nebenan und beschloss, ihr die Führung zu überlassen, gespannt darauf, wo sie mich hinziehen würde - nach Hause oder zur Haltestelle?

Tja, sie wählte die Haltestelle, zog mich genau bis zum Schild, blieb dort stehen, wedelte mit dem Schwanz und setzte sich dann hin, um auf den Bus zu warten.

Später kam dann das Bescheißen hinzu bzw. es fiel mir erst sehr viel später auf, als ich stutzte, dass das mit dem Vor-der-Fahrt-Pipi immer flotter ging. Sie ging hinab in Pieselstellung und war auch gleich wieder oben. So schnell konnte sie doch eigentlich gar nicht sein? *grübel*

Hihi, ab diesem Moment machte ich mir dann jedes Mal die Mühe, mich ebenfalls zu ducken, und siehe da - die kleine Lady tat nur so als ob, es kam nicht ein einziger Tropfen.

Das gleiche Spielchen versuchte sie auch, wenn es ums Autofahren ging, sie liebte eben solche Aktivitäten, freute sich darauf wie Bolle und tat alles, um ihren Start zu beschleunigen.

Ich könnte noch viele weitere solcher Begebenheiten erzählen, die zu meinem Bild von ihrer Auffassungsgabe beitrugen, aber das würde den Rahmen hier nun endgültig sprengen, zumal ich mich jetzt eh so verquasselt habe, dass ich nicht mehr zu dem komme, was ich heute eigentlich erzählen wollte, denn gestern geschah hier in der Nachbarschaft ein ziemlicher Hammer, aber dazu dann morgen mehr.

16.6.15 09:34
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Manuela (16.6.15 16:06)
*g Rex Mama .. ich hab mir mal die mühe gemacht und gegoogelt ,damit das " C " nich machen muss, wa wolln sie oder ihn ja nich überstrapazieren. der link zum thema http://www.wuff.at/cms/Hunde-koennen-abstrakt.1718.0.html .. und , verwechsel ma nich arroganz mit selbstbewusstsein , auch wenns nahe liegt , sind es 2 verschiedene paar schuhe .


\"Rex-Mama\" (16.6.15 16:36)
Danke, Manuela, toller Artikel!
Es ist schon phantastisch, zu was Hunde in der Lage sind, wenn man sich richtig mit ihnen beschäftigt, und ich fand das Attribut "arrogant" auch ziemlich daneben.
Wenn ich mich mit einem Hund intensiv befasse und ihn dann als höchst intelligent bezeichne, dann hat das eher mit Beobachtung und Auswertung zu tun als mit meiner Person und es ist ziemlich wurscht, ob es sich um meinen eigenen oder einen fremden Hund handelt, denn ... im Gegensatz zu Müttern, deren Kinder natürlich immer die hübschesten und schlauesten sind , habe ich ihn ja nicht selbst ausgebrütet, wusste wusste vor seiner Ankunft kaum etwas über sein Wesen, geschweige denn über seine Intelligenz.
Er war in Not, ich ließ ihn kommen, das war alles.


S. (16.6.15 18:53)
Nun, eigentlich ist abstraktes Denken die Fähigkeit, Einzelheiten wegzulassen und sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Bedeutet, dass für einen Hund Wasser nicht gleich Wasser ist, denn wenn es sich bewegt und Wellen macht, ist das eine neue Einzelheit, die ihn im Allgemeinen verunsichert und er versteht eben nicht, dass beide Arten Wasser völlig harmlos sind.
Deswegen müssen viele Hunde auch erst lernen, dass der Trick in diesem Raum der gleiche ist, wie wenn man ihn in einem anderen Raum durchführt. Oder dass der Ball mit Noppen die gleiche Bedeutung hat wie der glatte Ball, nämlich einfach nur ein Ball ist.
Von daher ist die Frage, ob ein Hund abstrakt denken kann nicht sehr eindeutig und klar zu beantworten, da die meisten doch sehr auf Einzelheiten fixiert sind, was eben gegen das abstrakte Denken spricht.
Ich finde daher, dass man andere Meinungen auch respektieren sollte.


\"Rex-Mama\" (16.6.15 19:54)
Du sagst es ja selbst, die "meisten" sind sehr auf Einzelheiten fixiert ... und eben darin unterschied sich Sissi von dem meisten anderen Hunden, die ich kenne.
Und klar war Wasser nicht gleich Wasser für sie, sie nahm es ja erst als bedrohlich wahr, wenn es sich bewegte und Geräusche machte, und das mit ziemlicher Sicherheit aufgrund einer sehr schlechten Erfahrung, , denn sie neigte ansonsten nicht zu Unsicherheiten oder Ängstlichkeiten, aber das habe ich ja nun oft genug ausgeführt ...
Für mich selbst stellt z.B. ein stehendes Auto auch keine Gefahr dar, sobald es sich aber mit laut aufheulendem Motor auf mich zubewegt, wird mir mulmig, und das nicht wegen des Geräusches, sondern es ist meine Erfahrung, die mir sagt, was passieren kann.
Anders sieht das übrigens bei Rex aus, der ja auf LKWs und Mopeds sehr unwirsch reagiert. Hier dürften eher keine diesbezüglichen Erfahrungen zugrunde liegen, sondern ich vermute, dass es einfach bestimmte Geräusche, Bewegungen und bei LKWs zusätzlich die Größe sind, die ihn verunsichern, aber wir arbeiten ja daran.

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