Rex - my love, mein Auslandshund
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Was macht man, wenn ...

... man mit jemandem Tisch und Bad teilt, der offenbar beschlossen hat, den Rest seines Lebens sitzend oder liegend vor der Glotze zu verbringen, nachdem ihn der Arbeitsmarkt wegrationalisiert hat?

Zur Meckerziege mutieren, diskutieren, schimpfen, weinen, es nützt alles nichts - ob Gartentor, Badfenstergitter, durchhängendes Schuppendach, einsturzgefährdete Pergola usw., alles bleibt so kaputt, wie es ist, Dinge, die ich beim besten Willen nicht allein regeln kann, egal wie geübt ich darin bin, ohne Hilfe klarzukommen.

Im Moment widme ich mich wieder verstärkt den Wänden an der Kellertreppe, die ich Stück für Stück wieder aufbaue, gemeinsam mit dem darunterliegenden Gewölbe versprechen sie mir noch für viele Monate Arbeit, aber was mich sehr beflügelte, waren die Kommentare meines Bruders.

Er selbst ist auch vor einigen Jahren unter die Heimwerker gegangen und so ist ein Erfahrungsaustausch immer anregend. Als ich kürzlich dort war, zeigte er mir, wie er mit einem nassen Schwamm frisch verputzte Stellen glättet, während ich ihm von meiner neu entwickelten Spachteltechnik erzählte, die er sich nun anschaute.

Von F. bin ich gewohnt, dass er ab und zu mal gucken kommt, dann aber immer etwas zu bemängeln hat und alles besser weiß, Brüderlein dagegen besah sich - ich hatte unser Spachtelgespräch längst vergessen - nun genau diese Stellen und meinte, boah, das sei aber klasse, sähe prima aus und würde einem ja die ganze Glätterei ersparen.

Zum Verdeutlichen hier mal ein Ausschnitt aus einer Wand im Flur:

Bild

Ich finde auch, dass das gut ausschaut, und habe es dann auch an den Außenwänden angewandt. Als Laie bekommt man die Flächen eh nie so ganz glatt und da ist das eine gute Lösung, zumal sehr zeitsparend.

Aber zurück zu F.s Lethargie - was mich besonders traurig macht, ist, dass sie sich auch auf Rex erstreckt.
Zwar geht er gezwungenermaßen Gassi, aber viel zu kurz, weil er eben nicht, so wie ich das mache, unterwegs mit ihm arbeitet, sondern ihm sein schlechtes Benehmen durchgehen lässt, was so einen Gang natürlich in die reinste Hölle verwandeln kann.

Rex neigte ja von Anfang an dazu, seine Menschen völlig zu ignorieren, und um das zu ändern, habe ich mir so viel Arbeit mit ihm gemacht und tue es noch.

Unser tägliches Suchspiel wird immer spannender, für uns beide, denn ich muss mir immer mehr einfallen lassen.

Am Anfang ging es mir darum, dass er meine Anweisungen befolgt, auf seiner Decke oder jedem anderen von mir gewünschten Ort liegen bleibt, bis ich ihn rufe und die "Jagd" freigebe, inzwischen aber verstecke ich die Leckerlis immer gründlicher, z.B. unter Schuhen, Teppichen oder was mir sonst so in den Sinn kommt, in allen Räumen und auch im Garten.

Auf meine Heiß- und Kaltansagen reagiert er immer besser, aber manchmal bleibt er doch ratlos stehen und ist sich unsicher, in welcher Richtung er nun weitersuchen könnte, und dann kommt mein Finger ins Spiel, mit dem ich dorthin zeige, wo er fündig werden kann.

Klingt so harmlos und wäre es bei Püppi sicher auch gewesen, die ja auf alles reagierte und es auch sofort umsetzte, während der autarke Rex sich einen Deibel darum schert, was seine Menschen gerade machen oder wollen.

Das heißt, früher war dem so, auf mich selbst spricht er inzwischen sehr viel besser an und so sind diese Fingerzeige ein weiteres, wichtiges Mosaikstückchen. Er versteht, dass er nicht blind draufloshetzen, sondern mehr auf mich und meine Gesten achten sollte, möchte er Erfolg haben.

Wer sich nie mit Hunden beschäftigt hat, der kann sich vielleicht gar nicht vorstellen, wie wichtig auch für sie solche Erfolgserlebnisse sind und wie viel Spaß sie an Herausforderungen haben.

Ist er fündig geworden, wird er neben dem Leckerli auch noch mit überschwänglichem Lob bedacht, das ganze Kerlchen ist Freude pur und kurz darauf sieht man es in seinen Augen glitzern, die mich aufmerksam anschauen und erwartungsvoll die unausgesprochene Frage stellen: Wo soll ich mich denn nun platzieren, damit die nächste Runde losgehen kann?

Wie gesagt mache ich das ja nicht nur aus Jux und Dollerei, sondern es steckt schon der Sinn dahinter, unsere Bindung zu stärken, ihm immer wieder zu zeigen, wie wichtig es ist, dass er auf mich achtet, was mir dann auch beim Gassigehen zugute kommt.

Schade, dass F. da so gar nicht mitzieht, denn auch für ihn könnte es sehr hilfreich sein, sich mehr mit dem Hund auseinanderzusetzen.

Aber ... des Menschen Wille ist sein Himmelreich - oder sollte man es besser umformulieren in: Des Menschen Unwille ist sein Höllenreich?

7.8.17 10:38
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mandy Bergmann (7.8.17 16:18)
Furchtbar, mit so einem lethargischen Mann zusammenzuleben, der sich so gehen lässt. Fehlt nur noch, dass er sich in Selbstmitleid wälzt oder seinen Ärger an dir abreagiert. Ich war kurze Zeit auch mal mit einem lethargischen Mann zusammen, habe die Beziehung dann schnell beendet. Der Mann, mit dem ich jetzt zusammenlebe, hat auch Pflichten im Haus, vor allem bei Reparaturen. Sollte er sich so gehen lassen wie Dein F., würde ich mir einen Mann suchen, der mehr taugt. Kann ich Dir daher nur empfehlen. Warum so eine Beziehung noch aufrechterhalten? Befrei dich von diesem Schlappschwanz!


"Rex-Mama" (7.8.17 17:51)
Danke für deinen Kommentar, Mandy.
Nach so vielen gemeinsamen Jahren geht das nicht mehr so flott mit dem Trennen und immerhin habe ich ja auch Rex nicht gleich weggeworfen, nur weil er nicht so funktionierte, wie ich das gern hätte.
Also erst mal abwarten, es sollen ja auch schon Wunder passiert sein.


Mandy Bergmann (8.8.17 10:28)
Ohe je, abwarten und auf ein Wunder hoffen? Du Arme! Wo ist denn bei wem ein Wunder passiert? Wenn man nur untätig bleibt, passiert nichts - von selbst ändert sich eben nichts! Mit dieser Einstellung bist du an deinem Lebensende noch in derselben Situation.


"Rex-Mama" (8.8.17 10:40)
Das hatte ich wohl etwas holperig ausgedrückt.
Mit Abwarten meinte ich nicht, dass ich mich untätig in mein Schicksal ergeben habe, sondern eher, dass ich selber gespannt darauf warte, was mir so alles einfallen wird, um die Lage zu verändern.

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