Rex - my love, mein Auslandshund
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Was mag ihn umtreiben?

Heute Nacht lief es bissl blöd bei uns.

Ich habe ja seit letztem Herbst die Angewohnheit, nur noch einschlafen zu können, wenn der Fernseher läuft.

So etwas war mir früher völlig fremd - Bücher, ohne die ging es nie, aber nur ganz selten mal machte ich vom Bett aus den TV an.

Was mich da so unruhig macht?

Ganz genau kann ich es selber nicht sagen. Vermutlich ist es eine Mischung aus zu vielen Sorgen, es gab sehr viele Todesfälle in meinem engsten Kreis, dazu viele schwer erkrankte Menschen und dann natürlich die politische Lage, die mich nach wie vor sehr, wenn nicht sogar jetzt mehr denn je beunruhigt.

Nicht nur um uns herum und zwischen den Großmächten nehmen die Spannungen zu, sondern auch innerhalb Deutschlands. Die Bevölkerung ist regelrecht gespalten, Politiker werden ganz offen bedroht und auch Privatleute haben Angst, ihre Meinung zu sagen, denn die Extremen werden immer ärger, und egal, ob von links oder von rechts, irgendeinem könnte es immer mal nicht passen, was man sagt.

Ich denke nach wie vor, dass man uns mit diesem Streben nach Political Correctness keinen Gefallen getan hat, denn auf Dauer lässt sich kein Volk das Maul verbieten und die wachsende Wut ist deutlich spürbar.

Um mich selber sorge ich mich weniger, aber wenn ich z.B. an meine halb thailädischen Nichten denke, wird mir ganz anders, weil es einfach so schwer abzuschätzen ist, wo das alles hinführen wird.

Dieser ganze Fanatismus ängstig mich halt, egal, ob politischer, religiöser oder ideologischer Natur.

Aber das auch nur zur Erklärung, warum bei mir nun immer der Fernseher laufen muss. (Er lenkt halt vom Grübeln ab.)

Auf jeden Fall stellt sich mir immer wieder die Frage, wo ich schlafe.

Hin und wieder ziehe ich aus dem gemeinsamen Schlafzimmer aus und mache es mir im Gästezimmer gemütlich, besonders in der Zeit, als F. noch arbeiten durfte, denn natürlich war mir klar, dass ihn das Gedudele belastete.

Kaum war ich wieder eingezogen, ging das Gemeckere nachts los: "Mach leiser", dabei hatte ich das Ding schon so leise, dass ich kaum noch ein Wort verstand, also packte ich irgendwann mein Bettzeug und wanderte wieder aus nach nebenan, wo ich immer noch bin.

Seit ein paar Tagen quengelte F.: "Nu komm mal wieder rüber zu mir", ich sagte: "Nee, da müsste ich ja erst alles umbauen", denn im Bett bin ich son bissl die Prinzessin auf der Erbse. Die Matratze darf ruhig recht hart sein, aber obendrauf habe ich vier Unterdecken übereinander liegen, so tut mir das richtig gut und ich fühle mich sauwohl in meinem Körbchen, also ging ich etwa eine Stunde nach ihm wieder in mein eigenes Zimmer.

Doch kaum hatte ich dort den Fernseher angeworfen und mich gerade eingekuschelt, kam von nebenan das Gemaule: "Boah, mach den Fernseher leiser."

Dabei war es wieder mal so leise, dass ich von der Polit-Diskussion, die gerade lief, kaum ein Wort verstand, obwohl ich alles andere als schwerhörig bin.

Was also tun?

Ich ärgerte mich wie Sau, zog mich umgehend wieder an, brüllte zurück: "Nu haste deine Ruhe", und verzog mich aufs Sofa im Wohnzimmer. das zwar recht bequem ist, aber kein Vergleich mit meinem Bett und schon gar nicht für eine ganze Nacht geeignet für meine linke Hüfte, die mir schon seit Jahren Probleme macht.

So lag ich denn auf einmal dort unten herum, zog mir noch zwei Polit-Talkshows rein, die ich aufgenommen hatte, bis ich irgendwann dann trotz Rumärgern und Aua doch müde wurde und eindöste.

Doch kaum war das geschehen, stand Rex vor dem Sofa, piepste mich an und packte mir seine Pfoten auf die Wolldecke.

Und da ist nun die Frage, warum machte er das?

Meist ist er nachts ja ruhig, wandert zwar durchs Haus, ab und zu kommt es vor, dass er mal bellt, das beschrieb ich ja schon.

Aber wenn er das tut, geht es in der Regel um äußere Einflüsse, jetzt hingegen ging es wohl nur um ihn und um seine Bedürfnisse.

Ist ein Hund ein derartiges Gewohnheitstier, dass er irritiert ist, wenn eine Konstellation nicht stimmt?

Vermutlich ist da auch einfach jeder anders, oder?

Mit Püppi hatte ich etliche Phasen, während derer ich mit ihr unten schlief. 

Einmal hatte sie den Trichter um den Hals, nachdem sie sich leicht verletzt hatte. Dann kam die Zeit, nachdem sie schon so alt und von der Treppe abgestürzt war, und am Ende natürlich ihr langsames Sterben, das ich auch gemeinsam mit ihr unten verbrachte.

Für sie war es aber eigentlich auch egal, wo wir waren. Mit ihr waren wir relativ viel unterwegs, Kurztrips bei Verwandten oder Bekannten, wir schliefen gemeinsam in so vielen verschiedenen Räumen, aber sie war immer glücklich und zufrieden, wenn sie wusste, ich war bei ihr - der Rest war ihr dann ziemlich wurscht. 

Wir waren auch in Hotels mit ihr, nahmen sie selbstverständlich gleich zum Frühstück mit, auch zu allen anderen Mahlzeiten und sogar mit zu meiner schon fast sterbenden Oma, die sie sogar noch liebevoll streichelte, und Püppi war brav wie ein Lämmlein.

Gerade kommt mir, dass uns vielleicht viel zu wenig bewusst ist, wie sehr Hunde ihren eigenen Charakter haben.

Und der lässt sich nur bedingt durch Trainig verändern.

Ich habe bei Rex wahre Wunder geschafft, wenn ich dran denke, wie er drauf war, als er zu uns kam, und natürlich sind es erst zweieinhalb Jahre und ich bin überzeugt davon, dass sich hier im Laufe der Jahre noch viel ändern wird, aber ... hihi, nun muss ich gerade an diese Naggisch-Show von RTL denken. 

Muss ja gestehen, manchmal bin ich bekennender Trash-Gucker, aber da schaute ich mehr aus Versehen rein und sah, wie eine dieser Playboy-Mädels sich von einem Maurer die Füße waschen ließ und ihn anflirtete, am Ende ließ sie ihn aber blöd da stehen.

So ähnlich ist Rex auch, der fordert und nimmt alles, aber wenn er mal bringen soll und wenn es nur so wäre, dass er mal zu einem kommt, dann Pustekuchen. 

Er ist halt so anders als andere Hunde und ich habe ja so intensiv mit ihm trainiert, dass er mehr kann als die meisten anderen Tiere hier.

Und er versteht auch nicht eingeübte Kommandos, wenn Not am Mann ist. Habe ich beispielsweise etwas Sperriges oder Tropfendes in der Hand, was schnell zur Mülltonne muss, und er steht wie meistens mitten in der Hintertür, reicht es, wenn ich sage: "Geh an die Seite", aber ist es nicht so dringlich, bleibt er stehen wie ein Fels und würde auch nie auf seinen Namen reagieren.

Na ja, wie dem auch sei, ich habe mir nichts Einfaches eingefangen und werde sicher weiter viel Arbeit damit haben und oft auch nicht schlafen können, aber ... was mich so freut und so gespannt macht:

Ein lieber Freund von mir hat sich gestern endlich sein Mädel abholen dürfen, eine kleine Hündin aus Griechenland, ich bin soooo gespannt, wie der erste Abend lief, und hier noch mal mein Appell an euch alle:

Selbst wenn ihr vielleicht keinen Auslandshund aufnehmen wollt, ihr könnt trotzdem helfen, wenn ihr in Urlaub fahrt.

Schaut euch vorher die Internetseiten über Flugpaten an, das kostet euch nix, ist überhaupt kein Aufwand und bei jedem Flug könntet ihr ein Lebewesen retten!

7.10.16 13:07


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