Rex - my love, mein Auslandshund
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Tiere in Not

Ein Freund, der kürzlich seinen Hund verlor, verlinkte gestern Abend die Seite eines europäischen Tierschutzvereines, was mich sehr freute, zeigte es mir doch, dass er schon so weit ist, sich für ein neues Lebewesen an seiner Seite womöglich öffnen zu können.

Ich selbst habe nach Püppis Tod eindeutig zu lange gebraucht und frage mich heute, wie ich es fast drei Jahre ohne Hund überhaupt aushalten konnte, wobei da allerdings auch andere Faktoren eine Rolle spielten.

Mein Vater war gestorben, meine Mutter hatte ihren Wohnsitz in den tiefsten Schwarzwald verlegt, von daher passte die neue Reisefreiheit natürlich ganz gut, denn besonders mit einem großen Hund ist man diesbezüglich ja doch etwas eingeschränkt und natürlich wollte ich öfter mal nach ihr sehen fahren.

Vermutlich sollte es also einfach so laufen, wie es dann letztlich kam. Muttern hat sich nun zu Papa gesellt, ich muss mich nicht mehr in den Zug setzen und selbst wenn ich es mal möchte, habe ich ja nun dieses tolle Hundehotel und zudem ein Tier, dass ich sehr gut für einige Tage mal dorthin geben kann, ohne dass es darunter leidet, so wie das bei Sissi der Fall gewesen wäre.

Zurück zu den Tierschutzvereinen: Was mir gar nicht so bewusst war - die bieten tatsächlich auch eine Vielzahl von Welpen an, das Argument vieler Hundekäufer, dass man unbedingt einen Welpen wolle und daher unbedingt zum Züchter müsse, wäre damit also entkräftet.

Natürlich muss man sich so einen Verein sehr genau ansehen und so viel Recherche wie möglich betreiben. Sind nicht auch gleichzeitig ältere Hunde aufgelistet oder womöglich nur einige wenige zum schönen Schein, kann man die Sache wohl vergessen, denn dann riecht es nach Hundemafia, auf die man auf keinen Fall hereinfallen sollte.

Dass es allerdings auch Welpen geben muss, ist zwangsläufig so, denn wenn man sich die Geschichte der einzelnen Tiere mal durchliest, dann wird einem sehr schnell klar, wie viele verantwortungslose und eiskalte Arschlöcher es gibt, die schwangere Hunde einfach zum Teufel jagen. 

War ja auch bei Püppi schon so, sie wurde hochträchtig am Strand gefunden. Ob es da schon einmal einen Halter gegeben hatte oder ob sie ihr ganzes vorheriges Leben auf der Straße verbracht hatte - keiner weiß es.

Und immer noch bin ich mir ziemlich sicher, dass sich das Spiel wiederholt hat und dass Rex einer ihrer Nachkommen ist. Zu groß ist die optische Ähnlichkeit, Körperbau, Fellzeichnung, alles ist sich zum Verwechseln ähnlich und so sehr ich mich auch umschaue, ich habe noch nie einen weiteren Hund gesehen, auf den diese unverwechselbaren Merkmale so deutlich zuträfen. Dazu kommt ... gleicher Ort, gleiches Tierheim ... der Verdacht liegt einfach sehr nahe, dass sich ein Inselbewohner eines ihrer Welpen annahm und dann doch genauso verantwortungslos verfuhr wie so viele andere.

Sollte sich also jemand für einen Auslandshund entscheiden, unbedingt so viel wie möglich erforschen über die Organisation. Ganz wichtig finde ich auch, dass die ihrerseits viel über den Adoptionswilligen erfahren wollen, neugierig sind, Hausbesuche ankündigen. Der Einzelne mag sich auf den Schlips getreten fühlen, aber da es nun einmal viele schwarze Schafe gibt, ist dies im Interesse der Hunde unumgänglich, zumal ein Züchter mit Verantwortungsgefühl es genauso handhaben sollte.

Und dann löchert die Tierschutzleute nach dem Charakter des Hundes, besonders wenn es sich um ein schon ausgewachsenes Exemplar handelt.

Liegt ihnen wirklich das Wohl ihrer Schützlinge am Herzen, werden sie dafür Verständnis haben.

Ganz wichtig, bedenkt, dass ihr das Tier vorher nicht "ausprobieren" könnt, umso wichtiger ist es, dass ihr euch seine Augen gut anschaut, denn sie verraten ungeheuer viel über das Wesen eines Hundes, nicht anders als bei Menschen auch.

Als ich Püppi damals hier im Tierheim (wo sie ja von Gran Canaria aus gelandet war) in die Augen schaute, war's das eigentlich. Ich hatte nicht vorgehabt, dort mit einem Hund wieder hinauszugehen, sondern hatte an diesem Tag ja lediglich F. zum Fahrradfahren überreden wollen, aber ... dieser eine Blick hatte genügt, mir eine Freundin für die nächsten 15 Jahre zu verschaffen.

Püppi hatte fast etwas Gütiges an sich, war ungeheuer zartfühlend und rücksichtsvoll gegenüber allen anderen Lebewesen, was sich sogar auf Pflanzen ausdehnte. Rex dagegen ist Egomane, er will siegen, beherrschen und mäht brachial alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt, und auch das sah ich im Grunde seinen Augen schon auf den Fotos an.

Dieser scharfe, fast stechende Blick - im tiefsten Inneren ahnte ich, was auf mich zukommen könnte, und tendierte nicht umsonst zu Queen, die das Püppihafte in den Augen hatte.

Nun ja, ich ließ mich trotzdem darauf ein, zum einen war da die große optische Ähnlichkeit und zum anderen F., den wohl gerade diese Ähnlichkeit anmachte, der sich auf der anderen Seite aber auch durch meine Warnungen angetörnt fühlte, denn - typisch Mann - hatte er öfter mal bemängelt, dass Püppchen ihm eigentlich zu weich sei und er gern etwas "Schärferes" hätte.

Also ließ ich mich darauf ein, auch in der wohlgemeinten Absicht, diesmal F. etwas mehr das Feld zu überlassen, denn er hatte ja doch irgendwie darunter gelitten, dass Püppi so sehr auf mich fixiert war.

Tja, dumm gelaufen, auch Rex fixierte sich von Anfang an mehr auf mich, weil ich es war, die ihm die Richtung vorgab, die mit ihm arbeitete und dies bis heute tut.

Mir ist schon klar, dass besonders das, was ich hier in den ersten Monaten über mein Leben mit Rex erzählte, nicht unbedingt dafür animieren muss, sich für solch eine "Katze im Sack" zu entscheiden, andererseits zeigt sich nun aber auch immer mehr, dass man selbst eine zunächst so unlösbar erscheinende Aufgabe bewältigen kann.

Bevor man sich einen Hund anschafft, sollte man eben immer genau abwägen, welche Größe kann und will ich packen, wofür reicht meine Kraft, sowohl körperlich wie auch psychisch? Wie sieht es mit den räumlichen Gegebenheiten aus?

Einen Hund wie Rex ohne (ausbruchsicheren) Garten halten zu wollen, wäre beispielsweise ein Ding der Unmöglichkeit, auf der anderen Seite würde ich mich durch einen kleinen Schoßhund lange nicht so gut beschützt fühlen wie durch ihn.

Wichtig ist auch - wie viel Zeit bin ich überhaupt bereit zu investieren?

Auch kleine Hunde sollten einen Rahmen bekommen, erzogen werden und auch sie freuen sich, wenn man mit ihnen arbeitet, sie körperlich und geistig beschäftigt und natürlich muss man auch abklären, ob man sich finanziell einen Hund überhaupt leisten kann.

Nein, sie kosten kein Vermögen - schon bei Püppi fiel ich nicht auf die Sprüche der Werbewirtschaft herein, die einem suggerieren, nur mit dem allerteuersten Futter und Zusatzprodukten könne es einem Hund so richtig gutgehen.

Rex bekommt nach wie vor das günstige Futter vom DM-Markt, dazu gekochte Möhren und einmal in der Woche koche ich etwas Leber und/oder (reduziertes) Rind- bzw. Geflügelfleisch.

Trotzdem muss man aber natürlich eine Haftpflichtversicherung und das Impfen einkalkulieren sowie etwaige Tierarztkosten, besonders wenn der Hund älter wird - das sollte also auf jeden Fall abgedeckt sein.

Hat man alles sorgfältig bedacht, steht einer erfolgreichen Adoption eigentlich nichts mehr im Wege und selbst die, die gar keinen Hund aufnehmen möchten, können etwas Gutes tun, wenn sie nämlich in Urlaub fliegen.

Jeder kann Flugpate werden: Einfach nach Auslandstierschutzvereinen googeln und dort nachfragen. Man hat weder Kosten noch Umstände dadurch. Die Hunde werden am Ablugsort vom Tierschutz abgeliefert, lediglich am Ziel muss man die Box vom Gepäckband klauben und dem Empfänger übergeben, der schon sehnsüchtig wartend am Flughafen stehen wird, so wie es auch bei uns der Fall war, als wir Rex dort einsammelten.

Wir mussten damals einige Wochen auf ihn warten, weil es dauerte, bis so ein Pate gefunden war. Je mehr Leute sich also als Flugpate anbieten, umso schneller geht es und umso mehr Hunden kann geholfen werden. 

2.5.16 11:08


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