Rex - my love, mein Auslandshund
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Wenn Todesanzeige, dann lasst um Gottes Willen das Geburtsdatum weg, ...

... diesen Tipp kann ich euch nur ans Herz legen, denn offenbar war es tatsächlich genau das, was zu dem Chaos führte, das ich gerade erlebe.

Nachdem ich auf meine Mails noch keine Antworten bekam, rief ich heute Morgen erneut bei Sky wie auch bei dem Inkassounternehmen an und hatte jetzt das Glück, etwas kompetentere Mitarbeiter an die Strippe zu bekommen, auch wenn mich das unterm Strich nur bedingt weiterbrachte.

Immerhin bekam ich heraus, dass der Sky-Empfänger und sämtliche Unterlagen, vor allem aber auch die Mahnungen an eine Berliner Adresse versandt wurden. Ich habe mir das Haus auf Google Earth angeschaut, sieht sehr gepflegt aus, also nicht nach einer Asi-Absteige, wo die Leute wie wild ein- und ausziehen, aber es steht Hauswänden ja genausowenig wie einer Stirn angeschrieben, was sich dahinter verbirgt.

Mit diesem Wissen ging ich nun zur Polizei, um Anzeige zu erstatten, natürlich in der Annahme, ich wäre eine halbe Stunde später wieder daheim, doch weit gefehlt.

Auf mein Klingeln hin wurde ich eingelassen in die kleine Wache, auf der aber reger Betrieb herrschte. Eine zunächst recht wirsche Beamtin ließ mich einen Bogen ausfüllen und ließ mich zwischen zwei Möglichkeiten wählen, nämlich in die Stadt zu fahren, wo es wohl eine spezielle Anzeigenabteilung gibt, oder aber hier zu warten, bis ich an der Reihe wäre.

"Wie lange kann es denn dauern?", fragte ich und ließ gleich mal anklingen, dass ich es für Folter hielte, wenn es allzulange wäre ... so ganz ohne Zigarette.

"Hier ist Rauchen sowieso verboten."

"Ja, aber vor der Tür doch wohl nicht, oder läuft es hier nach dem Prinzip: weggegangen, Platz vergangen?"

"Die sind vor Ihnen dran", damit nickte sie leicht grinsend und zeigte auf die Wartebank, auf der ein junger Mann und zwei ältere Frauen saßen.

Na, das sah doch überschaubar aus, zumal nachdem ich von den Damen gleich erfragte, ob sie zusammengehörten - lag nahe, weil sie sich duzten.

Hatten die beiden Parteien sich bislang keines Blickes gewürdigt, setzte ich mich nun genau dazwischen und lockerte das Ganze bissl auf, indem ich so munter drauflosquatschte, dass wir alle vier ruckzuck im Gespräch waren.

Die eine der Frauen war an einer Bushaltestelle beklaut worden, hatte ihre Handtasche am Arm hängen gehabt und stellte auf einmal fest, dass die Lady neben ihr sich trotz Kind auf dem Arm an den Reißverschlüssen zu schaffen machte. Sie sprach sie erbost an, bekam wohl einen Kauderwelsch-Redeschwall zu hören, und weg war sie, die Lady ... samt Kind und Geldbeutel.

Dem jungen Mann hatte man den Autospiegel abgefahren, sehr ärgerlich, da es sich wohl um eine sehr teure Ausführung handelte, aber immerhin war er froh, vom Fach zu sein und selbst Hand anlegen zu können. 

Müde war er, da er von der Nachtschicht käme ...

"Huch, welche Werkstatt bietet denn Nachtschicht an?"

Keine, des Rätsels Lösung war, dass er inzwischen als Security-Mensch arbeitet, weil er dort wesentlich besser verdient. Kurz darauf zog er seine Jacke aus und ich sah, was ihn unter anderem zu diesem Job befähigt - Oberarme wie ich Oberschenkel. *g*

Wir unterhielten uns sehr nett, er ist häufig in Flüchtlingsstätten eingesetzt und wusste Schauerliches über die Zustände dort und die Gewaltbereitschaft der jungen Herren zu berichten. Er erzählte, wie er einmal allein gegen fünf angetreten war und danach im Krankenhaus landete. Wir sprachen über Waffen, ich berichtete, dass ich Rex vorziehe, und wie es der Zufall so will, betrat just in diesem Moment eine ältere Frau die Wache und wir bekamen mit, wie sie am Tresen sagte, sie wolle sich nach einer Erlaubnis für Pfefferspray erkundigen. Sie setzte sich kurz zu uns, um einen Bogen auszufüllen, und auch sie begann gleich zu reden: Bei ihrer Nachbarin sei durchs Fenster in die Küche geschossen worden - das seien ja Zustände, sie habe Angst und wolle nun immerhin so ein Spray haben (was man wohl auch haben darf, wenn draufsteht, es sei zur Tierabwehr).

So verging die Zeit, die alten Damen kamen an die Reihe, danach dann er.

Inzwischen waren schon anderthalb Stunden vergangen und auch die Polizistin hinter ihrem Tresen war inzwischen aufgetaut, mischte mitunter munter mit bei unseren Gesprächen und erwies sich als richtig nett, vor allem, als sie zu mir sagte: "Hör'n Se mal, wenn Sie wollen, geh'n se ruhig raus, eine rauchen, ich hab Sie ja nun im Auge."

"Oh, das wäre schön, aber leider habe ich gar keine Zigaretten eingesteckt, konnte ja nicht ahnen, dass ich hier als festes Inventar angesehen werden würde."

"Da drüben ist ein Kiosk, obwohl ich Sie natürlich nicht zum Rauchen überreden möchte."

Hihi, also gut, Geld hatte ich zum Glück dabei, also holte ich mir eine Schachtel Zigaretten und Streichhölzer, paffte schnell mal eine und schon saß ich wieder auf meinem Bänkchen, wo es inzwischen empfindlich kalt geworden war, denn die Tür wurde immer wieder sperrangelweit geöffnet und festgestellt, weil die Polizisten hinaus und hineinsprangen.

Meiner neuen Freundin fiel das auch auf und nachdem ich fragte, ob statt der Rauchfrei- nun die Frostbeulenfolter eingeführt wurde, einigte man sich darauf,die Tür doch mal wieder zu schließen - inzwischen waren auch die anderen der Kollegen munter mit an unseren Gesprächen und Plänkeleien beteiligt, während aus einem Nebenraum immer wieder Satzfetzen schallten wie: "Dann lassen Sie das mit dem Koks doch endlich mal" oder "Nun gucken Sie dem Doktor doch in die Augen, wenn er das sagt, oder muss ich auch noch einen Dolmetscher kommen lassen?"

Nebenher schellte natürlich ständig das Telefon und der Funk lief ununterbrochen - Schlägerei hier, Diebstahl dort, eine tobende Frau, ein PKW, auf den man achten sollte, weil man wusste, dass der Fahrer ohne Führerschein, dafür aber mit geladener Pistole unterwegs sei. Und dann waren da noch die zwei Dealer vor einer Schule, die versuchten den Kids Betäubungsmittel anzudrehen. Zwei sehr junge Beamte, die mir schon regelrecht ans Herz gewachsen waren, machten sich startklar, was mich ein bissl  besorgt stimmte - würden sie denen gewachsen sein?

Meine Tresenfreundin erklärte mir jetzt, dass sie gleich Feierabend habe, den Security-Mann hatte sie noch abgefertigt, aber für mich wäre ihr Kollege zuständig, der gleich käme.

"Wird er sich lange einarbeiten müssen", fragte ich.

"Nein, nur umziehen muss er sich erst."

Okay, da tauchte er auch schon auf, wieder wurde viel gequatscht, unter anderem ging es nun um Dienstpläne und ob Erholungsurlaub direkt an normalen Urlaub angehängt werden dürfe, aber endlich teilte er mir mit, er ginge sich nun kostümieren, dann könne es losgehen.

Ein anderer Polizist hatte sich wohl die gleichen Gedanken um seine Kollegen gemacht wie ich, denn er forderte jetzt einen weiteren Wagen als Unterstützung an. Gespannt verfolgte ich, wie die ganze Geschichte mehr oder weniger im Sande verlief - ich wusste genau, um welche Grünanlange es sich handeln musste, wo diese beiden Dealer zugange waren, aber das über Funk jemandem zu erklären, schien äußerst schwierig zu sein, und so fanden sie am Ende ... nichts.

Und tatsächlich, nach nunmehr fast drei Stunden, die zwar lang, aber doch auch sehr informativ und unterhaltsam gewesen waren, war nun auch ich an der Reihe und der Rest ging einigermaßen schnell über die Bühne. Viel mehr, als dass ich nun einen Beleg über die Erstattung einer Anzeige habe, geschah nicht, aber dieser reichte mir ja auch erst einmal, um ihn an die Firmen schicken zu können.

Bei Sky hatte man vergeblich versucht, mich mit der Fachabteilung zu verbinden, also versuchte ich es nach meiner Heimkehr gleich noch einmal mit dem gleichen Ergebnis.

Die Inkassofirma rückt keine Mailadresse heraus, sondern man muss sich einen Account anlegen, in den man sich dann mit seinem Aktenzeichen einloggen kann. Auch das klappte erst nach telefonischer Rücksprache, weil es nämlich nicht klar zu ermitteln war (auch für die Dame dort nicht), wer nun eingetragen werden musste, meine Mutter oder ich.

Irgendwann war ich dann drin und nun kam das nächste Grauen, denn dort entdeckte ich, dass eine weitere Forderung besteht, noch einmal 270 Euro für angeblich ausstehende Rechnungen eines Klamotten-Versandhandels.

Um zu mailen, konnte ich den Account wieder nicht benutzen aus dem gleichen Problem heraus wie zuvor, nun wurde mir das zu blöd und ich setzte mich hin und schrieb doch einen konventionellen Brief, den ich mit der guten, alten Post, aber sicherheitshalber per Einschreiben abschicken werde.

Mit dem Klamottenversender habe ich dann auch gleich noch telefoniert und wurde sofort mit dem richtigen Sachbearbeiter in der Buchhaltung verbunden - was für eine Wohltat nach dem ganzen Callcenter-Zirkus. Von ihm erfuhr ich, dass diese Inkassofirma die größte ihrer Art in Deutschland ist, von der sich aber seine Firma im letzten Jahr getrennt hat, so dass nun auch er durch diesen Wechsel im Moment keinen direkten Zugriff auf Unterlagen habe. Also musste ich auch an ihn noch eine Mail schicken, damit er den Vorgang in Ruhe bearbeiten kann.

Seuuufz, ich habe die vielen Telefonate, die ich heute führte, nicht gezählt, aber es waren einige, irgendwann schwirrte mir der Kopf vor lauter Reden, Mailen, Briefschreiben und Unterlagengedöns.

Und dann war da ja natürlich auch noch Rex.

Beim Losgehen hatte ich vergessen, den Rolladen in der Küche herunterzulassen. Kaum aus dem Haus, fiel es mir ein, aber ... macht nix, bist ja gleich wieder daheim. So naiv hatte ich am späten Vormittag tatsächlich noch gedacht.

Es war aber gutgegangen, er hatte nichts angestellt, drängelte nun aber natürlich, weil es ja längst Zeit zum Gassigehen war, und so sehr mit meine weiteren Telefonate und Mails auf der Seele lagen, erst war nun er an der Reihe.

Kaum waren wir unterwegs, setzte ein heftiger Graupelschauer ein, so fies spitz und heftig prasselten die kleinen Teilchen auf uns nieder, dass ich mir die Stirn mit dem Handschuh abdecken musste, denn das tat echt weh, aber immerhin waren bei diesem Wetter keine anderen Hunde untewegs, das tröstete mich dann etwas.

Es gäbe noch mehr zu erzählen, aber nu mag i nimmer ... mir schwirrt die Birne, zumal beim Briefaufsetzen auch noch Word zu spinnen anfing und mit ihm F. der just in diesem Moment nach Hause kam und umgehend in Panik verfieil, ich hätte den PC kaputtgemacht und so ...

Ein Scheißtag war das, obwohl ich auf der anderen Seite sagen muss, ich habe sowohl am Telefon wie auch in Natura etliche wirklich nette Menschen kennen gelernt (sogar die Omi vom Kiosk war ne richtig feine Frau), ich habe angeregte Gespräche geführt und in Anbetracht der eigentlich ja sehr unschönen Umstände auch verdammt viel gelacht. 

Und Rex hat sich wie ein richtiger Traumhund verhalten, also ... für einen Scheißtag hätte der Tag auch noch viel scheißiger aussehen können. *g*

1.3.16 21:47


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