Rex - my love, mein Auslandshund
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Breit grinsend verfolgte F. ...

... gestern Abend eine unserer Trainingseinheiten.

 Noch immer ziehe ich das ja fast täglich mit Rex durch, nehme einige Leckerlis in die Hand und dann geht es im raschen Wechsel ab:

"Decke!"

Wie immer zögert er bei diesem Wort ein oder zwei Sekunden, scheint zu überlegen, was will sie denn jetzt von mir?

Spätestens wenn ich die Anweisung wiederhole und dabei mit dem Finger von mir wegzeige, legt sich der Schalter um - man kann regelrecht sehen, wie das in seinem Gehirn passiert -, dann sprintet er los, legt sich flach auf seine Decke, wartet auf das Häppchen, das ihm dann zufliegt.

"Bleib!"

Ich gehe in die Küche, er bleibt liegen.

"Hierher!" 

Er kommt, wird belohnt.

"Fuß!"

Er folgt mir.

"Sitz"

Er setzt sich, nimmt sein Leckerli an.

"Bleib!"

Er bleibt ... "Hierher!" ... er spring auf, nähert sich mir ... "Stopp und Platz!"

Ich gehe weiter, er bleibt ... "Decke", dazu der Finger, er springt auf, flitzt zur Decke, legt sich ab, wartet, bekommt Leckerli.

So geht das munter eine ganze Weile und F. grinste so, weil es fast etwas von einem Aufziehpüppchen an sich hat, wie Rex da jedes Kommando sofort freudig ausführt, ja, man sieht ihm den Spaß förmlich an.

Dann setze ich mich, will ja auch endlich "frühstücken", halte ihn dabei aber weiter in Action. 

"Sitz!!, "Platz", zwischendurch lasse ich ihn auch noch mal zur Decke rennen, ja seine Abendsnacks sind für ihn wirklich mit Arbeit verbunden, nachdem er aber seine beiden Hauptmahlzeiten längst intus hat, für die er nichts leisten muss, als in respektvoller Entfernung abzuwarten, bis ich ihn auffordere, zu seinem Napf zu gehen.

Ich denke, diese Trainingsrunden wären wirklich reif für einen Lehrfilm, genau wie sein Sitzen an Straßenkanten.

Er kennt alle Befehle und setzt sie problemlos um, na ja, bis auf dass er beim ersten "Decke!" des Tages einen Moment nachdenken muss, jedoch, und jetzt kommt das große Aber, er tut dies nur, wenn er einen unmittelbaren Nutzen für sich darin erkennen kann, wenn er sich einen Vorteil verspricht.

Daheim beim Training geht es um Futter, unterwegs weiß er genau, dass es nicht weitergeht, solange er den Befehl nicht umgesetzt hat, also spurt er hier wie dort. Sind aber beide Anreize nicht im Spiel, tut er so, als habe er all die Worte noch nie gehört, obwohl ich sie immer im gleichen Tonfall ausspreche, das hatte ich mir schon bei Püppi so angewöhnt.

Nicht einmal auf seinen Namen reagiert er dann, so dass ich mitunter schon zu F. sagte: "Man könnte echt denken, er sei taub."

Natürlich ist er das nicht, im Gegenteil, er hat ein sehr feines Gehör, so wie es seiner Art entspricht, und als Wachhund ist er ja wirklich allererste Sahne.

Diese Trainerin damals brachte es auf den Punkt, als sie sagte: "Mein Gott, was bist du für ein sturer Hund!"

Genau das ist es, er hat einen ungeheuer sturen Dickkopf und im Gegensatz zu den meisten anderen Hunden will er gar nicht gefallen, das geht ihm völlig am Allerwertesten vorbei, sondern vielmehr möchte er Sitiationen selbst dominieren, bestimmen, wo es langgeht, und sich auf menschliche Sprache einzulassen, dazu ist er nur bereit, wenn es um Futter geht. 

"Nein" ist für ihn ein Fremdwort, d.h., natürlich versteht er auch dies, aber es interessiert ihn nicht die Bohne, da rein, da raus kann man das wohl nennen.

Und damit wäre ich mal wieder bei der Hundesprache.

Mein lieber Forumstroll wirft mir immer auf beleidigende Art und Weise an den Kopf, ich würde meinen Hund bedrohen, was natürlich gequirlte Kacke hoch drei ist.

Das Gegenteil ist der Fall, denn dies ist ein großes Engegenkommen meinerseits, weil ich mit Rex in der Sprache kommuniziere, die er von klein auf kennt und versteht. Hunde untereinander sagen sich nun einmal "Stopp, bis hierhin und nicht weiter, du überschreitest grad eine Grenze, die ich nicht akzeptieren kann", indem sie erst die Lefzen nach hinten ziehen, ein wenig zucken und dann allmählich zum Knurren übergehen, damit der andere kapiert, was Sache ist.

Die Zähne wirklich fletschen brauche ich gar nicht mehr, es reicht inzwischen, wenn ich bei unliebsamem Verhalten die Unterlippe leicht straffe und ansatzweise mit den Mundwinkeln zucke. Diese Körpersprache ist ihm vertraut, er reagiert umgehend darauf und sigalisiert mir: "Okay, habe verstanden", was er bei "Nein" verweigert.

Ich habe mir im Zusammenspiel mit Bailey, der schwarzen Schäferhündin von gegenüber, sehr gut angeschaut, wie die beiden körperlich aufeinander reagieren. 

Bailey zeigt ihm schon aus der Ferne, dass sie anerkennt, dass er der Ranghöhere ist, was Rex ihr zuvor durch seine Körpersprache längst signalisiert hat.

Wie er das genau macht, kriege ich leider nur zur Hälfte mit, weil er dann ja an der Leine ist und ich sein Gesicht nicht sehen kann, aber eins wird mir dabei immer wieder klar, sie haben beide vermutlich noch von ihren Müttern sehr gut gelernt, wie man als Hund mit Artgenossen kommuniziert, und da hänge ich mich dann quasi einfach an.

Auch Bailey hatte er ja beim ersten Aufeinandertreffen mächtig angebellt und als wir dann in einigem Sicherheitsabstand gemeinsam Gassi gingen, legte sich das sehr schnell, die beiden klärten auf ihre Art ab, wer der Dominierende war, und fortan konnten wir sie direkt zueinanderlassen.

Interessant wäre gewesen, das Verhalten der beiden zu beobachten, wären sie ohne Leinen gewesen, aber vermutlich wäre es unterm Strich aufs Gleiche rausgekommen, nur ohne die Bellerei. Wer weiß ...

Fakt ist, ungewöhnliche Hunde bedürfen ungewöhnlicher Maßnahmen, und ich denke, dass ich mit meinen Eingehen auf die Hundesprache wirklich einen Weg gefunden habe, der für beide Seiten am einfachsten und vor allem am klarsten ist.

Und diese unmissverständliche Klarheit ist es, die Rex unbedingt benötigt, er muss ganz genau wissen, in welchem Rahmen er sich bewegen darf und wo seine Grenzen sind.

Kennt ihr diese Hunde, die ständig herumfiepen, aufgeregt hin und her zappeln, Hummeln im Hintern zu haben scheinen und mit nichts zu beruhigen sind?

Das sind in der Regel die, wo der Halter mit der Erziehung völlig überfordert oder einfach zu bequem dazu ist. Man lässt die Hunde in allem gewähren, redet sich noch ein, wie schön sie es doch hätten, dabei sind sie letztlich einfach extrem verunsichert, können ihren eigenen Rang kaum einschätzen, halten sich gern für den Boss des Rudels, ihnen fehlt jegliche "Leitkultur". ;-)

Hunde spiegeln sehr deutlich ihr Zuhause wieder und die Geborgenheit/Sicherheit, die ihnen dies vermittelt. Bei Rex sehr gut abzulesen an den Veränderungen, die er durchlaufen hat.

Am Anfang war er die Unruhe in Person, versuchte uns ständig zu zeigen, wo der Hammer hängt, bedrängte und immer wieder massiv, gönnte uns kaum einen Moment der Ruhe, geschweige denn unser Essen. Das Zusammenleben und Gassigehen mit ihm war in den ersten Wochen Hölle pur.

Dagegen liegt er heute den größten Teil des Tages ganz entspannt auf seiner Decke, an einem seiner anderen Lieblingsplätze oder genießt die Sonne im Garten, ab und zu macht er einen Kontrollgang durch selbigen, untersucht, ob sich unter der Erde etwas regt, schaut überall mal nach dem Rechten in seinem Revier. Er freut sich auf und über seine Trainigseinheiten, genießt die gemeinsamen Spiele, erst recht seine Mahlzeiten, kurzum, aus ihm ist ein sehr zufriedener Hund geworden, der dies auch sehr deutlich zeigt.

Für seine Verhältnisse hat er sich uns, besonders mir sehr eng angeschlossen und täglich verfestigt sich das Band zwischen uns weiter.

Ich musste ihm auf der Verständigungsebene weiter entgegenkommen bzw. ihn deutlich anders behandeln, als dies bei allen anderen Hunden, die ich bisher näher kannte, der Fall war, aber unterm Strich zeigt es sich, dass ich erfolgreich war.

Es gibt immer noch einiges zu tun und zu verbessern, aber ... hihi ... wir schaffen das! 

Heute Morgen hat er mich wieder geweckt, verbrachte allerdings die Nacht wie auch schon die letzen brav unten und ich bin nun wirklich gespannt darauf, wie das ab nächste Woche laufen wird, wenn wir beide tagsüber wieder alleine sind, denn man mag es kaum glauben, aber F.s Urlaub ist schon vorbei.

Wo sind die drei Wochen nur geblieben?

 

 

 

 

 

1.10.15 10:57


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