Rex - my love, mein Auslandshund
  Startseite
  Über...
  Rezepte
  Gedichte
  FOTOS
  Kontakt
  Abonnieren

   Rex hat Spaß mit seiner Nachbarin im Hundehotel
   Rex und sein stressiges Leben/YouTube
   Wissenswertes über die Sinne des Hundes
   Rex beim Stop'n Come/YouTube
   Rex, das Spielkind/YouTube
   Rex führt Herrchen Gassi/YouTube
   Rex, der Entenjäger/Youtube
   Rex und Queen

http://myblog.de/rex-my-love

Gratis bloggen bei
myblog.de





Einen Einstieg zu finden ...

... heute habe ich mein Tun damit, weil gestern etwas in meinem familiären Umfeld geschah, von dem ich mich verletzt fühlte, das mich leicht aus der Bahn warf und nun meine Gedanken immer wieder kreisen lässt, sprich, ich muss sie erst einmal sortiert bekommen, sollte vielleicht einmal ein Buch über verkorkste Mütter-Töchter-Beziehungen schreiben.

Gehört das überhaupt in einen Hundeblog? Warum schreibe ich hier überhaupt über so vieles, das zunächst einmal gar nicht direkt etwas mit Rex oder mit Hunden im Allgemeinen zu tun zu haben scheint?

Frau = Labertasche? Na ja, vielleicht auch ein bisschen, aber in erster Linie denke ich, dass man Lebewesen immer in einem Gesamtkontext betrachten sollte. Wir alle, egal ob Mensch oder Tier, sind ja die Summe aus unseren Genen und allen Erfahrungen, die wir jemals machten, und strahlen sehr häufig genau das aus, was uns widerfahren ist.

Ein Kind, das zu Hause ein Beziehungschaos miterleben muss mit Eifersucht, Launen, Depressionen, Wut- und Liebeserpressungsanfällen, wird diese Welt widerspiegeln, während ein Kind, das in liebevoller Geborgenheit aufwächst, sich wesentlich leichter tut, seinen eigenen Platz im Leben zu finden.

Eltern haben da eine riesige Verantwortung, derer sie sich leider oftmals viel zu wenig bewusst sind. Sie können ihre kleinen Schutzbefohlenen fit für diese Welt machen, aber genauso gut auch die Grundsteine so wackelig legen, dass die Folgen ein Leben lang spürbar sind.

Um mal beim Bild des Hausbaus zu bleiben - macht man schon beim Fundament Fehler, droht später Einsturzgefahr und es ist mit hohem Aufwand verbunden, so ein Haus nachträglich noch zu stabilisieren.

Und damit wären wir nun endlich beim Hund, für den das alles natürlich ebenfalls gilt.

Ich kriege immer Wut, wenn ich höre, dass Leute sich Welpen "maßanfertigen" lassen und diese dann ihren Müttern schon mit acht Wochen entrissen werden. Das ist viel zu früh, man nimmt dem Hund damit ein Stück der wichtigen Sozialisierungsphase durch die Mutter!

Und dann haben sie dieses ach so süße kleine Fellknäuel daheim, tragen es durch die Gegend, verhätscheln es, kuscheln mit ihm auf dem Sofa und wundern sich, wenn der ausgewachsene Bernhardiner dann nicht mehr von der Couch zu kriegen ist.

Mit Rex hatten wir uns ja wahrlich einen Hund mit mehr als bedenklichem Fundament ins Haus geholt, noch dazu mitten im besten Flegelalter und ich frage mich immer noch, was wohl bei seinem ersten Halter geschehen sein mag. Dass er misshandelt bzw. mit Stöcken geschlagen wurde, ist eindeutig erkennbar. Er hatte ja anfänglich diese Unterwürfigkeitsgeste drauf ... d.h. er tobte, versuchte sich an nicht enden wollenden Jumptimes und hob man dann unbewusst einen langen Gegenstand in die Höhe, warf er sich schlagartig auf die Seite ... Unterwürfigkeit pur, er hatte Angst vor Schlägen.

Hat man ihn dann weggejagt, weil man einfach nicht fertig wurde mit ihm? Aber hätte man dann nicht vorher sein Halsband entfernt?

Ist er einfach abgehauen? Man hört ja immer wieder Geschichten, dass auch misshandelte Hunde ihren bösen Haltern treu ergeben sind - ich weiß es also nicht, traue ihm aber intelligenzmäßig durchaus zu, dass er beschlossen hatte, dort nicht mehr bleiben zu wollen, genauso wie er sich ja scheinbar sehr überlegt dieser Frau von der Tierschutzorganisation anschloss.

Dass alles ein Versehen war und er nicht mehr nach Hause fand, schließe ich aus, dazu ist er wirklich zu schlau, zumal es ja wohl auch keine Vermisstmeldung gegeben hatte.

Die ersten Monate war ich ständig damit beschäftigt, das zum Glück noch kleine Haus auf seinem Fundament einzureißen, um dann ganz unten anzufangen, die Basis zu kitten und etwas Neues, Solideres darauf aufzubauen. Wie oft zweifelte ich an meinen "Baumeister-Fähigkeiten", wie oft hätte ich mich am liebsten gleich selbst eingemauert, um nur ja seinen Attacken nicht mehr ausgeliefert sein zu müssen ... wie oft zergrübelte ich mir das Hirn, was zum Teufel kann ich denn noch machen, um diesen Panzer zu knacken, um an ihn heranzukommen, Zugang zu seinem Wesen zu finden?

Ich habe keine Ahnung, ob da irgendetwas war, das letztlich den Ausschlag gab, oder ob es einfach das Gesamtpaket war ... ein wichtiger Punkt war sicher das Zähnefletschen. Wenn ich es richtig überlege, vielleicht soger mit der wichtigste überhaupt. Auf Worte reagierte er ja nur in Verbindung mit Futter, ansonsten interessierten sie ihn überhaupt nicht, aber als ich mich auf seine Stufe begab, quasi in der Hundesprache mit ihm kommunizierte, da verstand er auf einmal, was ich von ihm wollte.

Dieses Fletschen ist übrigens etwas, was ich noch nie irgendwo gehört oder gelesen habe, vermutlich bin ich der einzige Hundehalter, der so mit seinem Tier "spricht", aber sowohl bei Püppi wie auch bei Rex funktionierte es ja, seltsam, dass niemand sonst auf diese Idee gekommen zu sein scheint.

Auf jeden Fall haben wir inzwischen einen Hund, der zumindest zu Hause eine große Zufriedenheit ausstrahlt und der sich wie Bolle freut, wenn es kleine Köstlichkeiten gibt oder wenn man mit ihm spielt.

Das neue Intelligenzspielzeug faszinierte ihn vom ersten Moment an, ich füllte in seinem Beisein die Fächer unter den Klappen und Schiebern mit Leckerlis, dann durfte er ran und wie nicht anders zu erwarten, versuchte er zunächst einmal mit brachialer Gewalt an die Häppchen zu gelangen.

Ich saß neben ihm auf dem Boden, mischte mich dann ein, zeigte ihm, wie man schiebt und die Klappen bedient. Hatte ich eben was von einem intelligenten Hund geschrieben? Öhm, na ja, ich muss zugeben, zunächst einmal wurde er diesem Eindruck nicht wirklich gerecht, verließ sich lieber auf seine Kräfte, merkte allerdings dann doch recht schnell, dass ihm diese nicht unbedingt weiterhalfen.

Gestern dann lud ich das Spiel wieder und ging damit ins Esszimmer auf den Teppich, damit es nicht so rutschen sollte wie auf den Kacheln in der Küche.

Und siehe da, schon ging es etwas besser. Bubi war freudig erregt, hatte mächtig Spaß daran und ließ es sich auch willig gefallen, dass ich das Spiel immer wieder zu mir heranzog und ihm zeigte, wie er die Rädchen bewegen kann, um die Klappen zu öffnen.

Letzteres hat er noch nicht wirklich kapiert, aber ich denke, das wird schon noch kommen ... gleich gönnen wir uns wieder ein Rünchen und ich bin gespannt, was er heute dazu sagt.

 

 

1.10.14 09:49


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung