Rex - my love, mein Auslandshund
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Schade, ...

... mit ein bisschen mehr Fähigkeit zur Selbstkritik hätte Rex vor zwei Minuten endgültig einmal selbst auffallen müssen, wie dämlich das rüberkommt, wenn er beim Anblick anderer Hunde den dicken Maxe markiert.

F. wollte zum Gassigang starten mit ihm und hatte noch kaum die Haustür geöffnet, als das Theater schon losging.

Grund war ein Nachbar, der mit seiner Peggy, einer uralten Yorkie-Hündin, die kaum größer ist als eine Streichholzschachtel, auf der anderen Straßenseite vorbeiging. 

Genau hinter Peggy schaute Bailey durchs Gitter des Hoftores, und obwohl mich Letztere mitunter durchaus mal nervt, wenn sie jeden Passanten und auch die meisten Hunde anbellt, so blieb sie doch ruhig und nun schauten beide Hunde mehr oder weniger ratlos zu unserem tobenden Rex, so als wollten sie fragen: "Sag mal, hast du sie noch alle?!?"

Unweigerlich macht man sich wieder einmal Gedanken darüber, was wohl in den haarigen Köpfen unserer Mitbewohner vor sich gehen mag, zu dumm, dass sie sich so sehr zurückhalten, uns nähere Angaben zu machen, und dass wir auf Vermutungen angewiesen bleiben werden.

Aber auch über das, was hinter meiner eigenen Stirn so vor sich geht, grüble ich heute nach, allerdings mehr über das Unterbewusste.

Ich gehöre zu denen, die nachts von wilden Träumen geplagt werden. Das geht vermutlich fast allen so, aber die meisten haben nach dem Aufwachen so gut wie keine Erinnerung daran, während ich mir angewöhnt habe, mir sofort beim Aufwachen das soeben "Erlebte" noch einmal kurz durch den Kopf gehen zu lassen, denn in diesem Moment ist es in der Regel noch greifbar und ohne ein umgehendes Resümee verfliegt es, bis nur noch eine vage Ahnung bleibt.

Kennt ihr das auch, dass man mit einer bestimmten Stimmung aufwacht, noch bevor die reale Welt zu einem durchgedrungen ist? Für mich sind da eindeutig Träume die Ursache - man nimmt die Gefühle, die man nachts durchlebte, mit ins "reale Leben", wobei Träume in meinen Augen weit davon entfernt sind, wirklich irreal zu sein, denn sie geben das wieder, was in unserem Unterbewusstsein gespeichert ist, verquicken das, was wir in wachem Zustand weit von uns wegschieben oder schlicht für unwichtig halten, zu oft sehr erstaunlichen Zusammenhängen.

Ich erlebe in diesen Träumen die gesamte Gefühlspalette wesentlich intensiver, als das tagsüber der Fall ist, lasse Ängste, aber auch schöne Gefühle ohne jede Beschränkung zu, wohl weil im Traum die Barrieren, die uns Erziehung, antrainiertes Verhalten und Selbstbeherrschung auferlegen, nicht vorhanden sind oder einen doch zumindest nicht so stark wie sonst ausbremsen.

Mitunter bin ich beim Hochschrecken so gefangen in dem, was mir gerade widerfuhr, dass ich mich dann zwinge aufzustehen und nach unten zu gehen, um mir ein paar kurze Stichworte zu machen, denn diese Träume lassen sich hervorragend als phantastische Kurzgeschichten verwerten. 

Das Interessante dabei ist für mich das Sichauseinandersetzen mit dem eigenen Unterbewusstsein, denn wenn ich diese scheinbar wirren Träume und Zusammenhänge analysiere, kann ich meist jedes noch so kleine Teil des so chaotisch wirkenden Geschehens auf real erlebte Dinge, auf tatsächlich vorhandene Ängste zurückführen.

Mal angenommen, ich kämpfe im Traum auf einer wankenden Bergspitze mitten im Sturm um mein Leben, finde einfach keinen Weg, der mich in Sicherheit führen könnte, sondern jede Richtung, in die ich schaue, birgt nur weitere Gefahren, dann sehe ich in der Ferne einen Schornsteinfeger, will ihn rufen, um Hilfe bitten, aber meine Stimme versagt, wäre im Toben der Naturgewalten sowieso nicht zu hören, dann kann ich Gift darauf nehmen, dass ich z.B. zwei Tage zuvor einem Schornsteinfeger begegnet war und mir innerlich gesagt hatte, nein, ich werde ihn nicht berühren, ich bin ja nicht abergläubisch ... und dass der Wetterdienst eine Sturmwarnung herausgegeben hatte, bei der ich mit Grauen an Kyrill zurückdachte, der uns recht schwere Schäden zufügte. Und natürlich spielen da Ängste mit hinein vor z.B. Arbeitslosigkeit, vor Geldmangel, vor dem Nachdenken über den Sinn des eigenen Lebens. Habe ich irgendetwas von dem erreicht, was ich mir einst vorstellte, habe ich überhaupt eine Daseinsberechtigung, wo will ich hin ...?

Ich erzähle das, weil mir immer wieder auffällt, wie unterschiedlich ich träume von den Lebewesen, die mir wichtig waren/wichtig sind.

Sehr oft bin ich nachts umgeben von Verstorbenen, ganz selbstverständlich sind sie dann noch lebendig, aber ... das geht nicht bei jedem und es hängt offenbar auch von der Zeit ab, die seit dem Tod verstrichen ist.

Mein Vater starb am 20.12.2008 und jahrelang konnte ich nicht von ihm träumen, dafür tauchte dann aber sein eineiiger Zwillingsbruder auf, der ihm zum Verwechseln ähnlich sah.

Offenbar hatte da mein Unterbewusstsein einen Mittelweg gefunden, zwar irgendwie an ihn denken zu können, ohne aber den wirklich großen Schmerz zuzulassen.

Als mein Püppchen noch lebte, erlebte ich nachts oft wahre Horrorvisionen, sie kam unter ein Auto oder starb durch eine Vergiftung in meinen Armen und immer versuchte ich verzweifelt, aber vergeblich, sie zu retten. 

Uns beide verband ja eine wirklich innige Liebe und natürlich machte ich mir in wachem Zusatand viele Gedanken darüber, wie ich meiner Verantwortung für sie am besten gerecht werden könnte, wie dafür sorgen, dass sie so lange wie möglich gesund und glücklich leben würde. 

Nach ihrem Tod hörten diese Träume auf, ich glaube, deswegen, weil sie irgendwie immer noch in mir ist und ein sehr friedliches und warmes Gefühl zurückblieb.

Von Rex nun träume ich ganz anders: Sehr oft bin ich in Situationen mit anderen Menschen, in denen ich überlege, wie kann ich es nur hinkriegen, dass er diese nicht zu sehr belästigt, dass er sich nicht allzu sehr danebenbenimmt?

Und dann geschah es schon mehrmals, dass eine solche Situation eskalierte, gefährlich wurde und dass dann mein Bursche auf einmal regelrecht mit mir zusammenschmolz, so als habe er erkannt, dass da Gefahren lauerten, die wir nur meistern konnten, wenn wir als Team etwas dagegen unternahmen.

Auch dies spiegelt also perfekt die Realität wider ... den Wechselstreit der Gefühle, auf der einen Seite sind wir oft völlig entnervt von seinen Jumptimes, von seiner Wildheit, auf der anderen Seite gibt es aber die Momente, wo man denkt, na siehste, es wird doch ...

Gestern waren es zehn Wochen, dass wir ihn vom Flughafen holten. erst ... oder schon ... je nachdem, aus welchem Blickwinkel ich es betrachte.

Es kommt mir vor wie eben erst geschehen, auf der anderen Seite ist aber soooo viel seitdem geschehen, dass ich es kaum glauben kann, dass nicht viel mehr Zeit verstrichen ist. 

Wenn ich daran denke, wie F. die ersten fünf Wochen auf der Couch schlief, wie kein Handgriff in der Küche möglich war, ohne dass Rex seine Nase in jeden Schrank stecken musste, wie ich nur schwer staubsaugen konnte, weil er ständig im Weg stand, wie ich nur mit Leine mit ihm in den Garten konnte ... wie ich ans Haus gefesselt war ... und wie es für uns fast unmöglich war, selbst etwas zu essen ...

Nein, da hat sich wirklich viel verändert, er schläft in aller Seelenruhe allein unten; während ich in der Küche werkele oder sauge, bleibt er meist auf seinem Platz liegen, den Garten liebt er und respektiert (meistens) die Grenzen meines Blumenbeetes und einkaufen zu gehen ist überhaupt kein Problem mehr. Essen hat sich ganz gut eingespielt und sogar das Zusammentreffen mit Artgenossen geht inzwischen hin und wieder ohne Dicke-Max-Attacke über die Bühne, auch wenn das sicherlich einer der Punkte ist, in die ich noch viel Arbeit und Geduld investieren muss.

Alles in allem machen wir also recht gute Fortschritte, ein Satz, den ich mir vielleicht öfter mal selbst durchlesen sollte, um meine mitunter doch recht strapazierten Nerven ein wenig mit Balsam zu beträufeln. 

1.6.14 10:43


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